Während in manchen Regionen Niedersachsens eine leichte Entspannung vom Hochwasser eingesetzt hat, steigen anderswo die Pegelstände noch. Auch heute hält die Flut das Bundesland in Atem.
Hochwasserlage hält an – Niedersachsen besonders betroffen

Die Situation mit dem Hochwasser hält Deutschland und besonders Niedersachsen auch heute weiterhin in Spannung. Viele Pegelstände zeigen immer noch die höchste Warnstufe an den Flüssen an. Außerdem zogen in der Nacht erneut Regenschauer über den Norden hinweg.
Die Verantwortlichen in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Verden erwarten erst in der Neujahrswoche sinkende Pegelstände. Laut der Kreisfeuerwehr stieg das Wasser an der Aller in Verden/Aller weiter an. Aufgrund der Hochwasserlage warnten auch die Stadt Celle und die benachbarte Gemeinde Winsen/Aller vor möglichen Ausfällen der Energieversorgung und des Mobilfunk-Netzes, da der Pegelstand der Aller voraussichtlich weiter steigen wird. Feuerwehren, Verwaltung und Hilfsorganisationen verfolgen die Entwicklung der Lage kontinuierlich.
In Lilienthal (Landkreis Osterholz), direkt an der Landesgrenze zu Bremen, bleibt die Situation unverändert angespannt, wie die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Stade am späten Freitagabend in einer offiziellen Gefahreninformation mitteilte. Die bereits evakuierten Gebiete dürfen weiterhin nicht betreten werden. Mehrere Straßen in der Gemeinde haben keinen Strom. In Hannover im Süden sind die Pegelstände von Leine und Ihme gesunken, aber die Einsatzkräfte haben noch keine Entwarnung gegeben.
Lage könnte sich wieder verschärfen
Laut dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz werden die Pegelstände flussabwärts der Weser weiter ansteigen. Eine Entspannung ist insbesondere im unteren Verlauf der Mittelweser noch nicht zu erwarten. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) geht aufgrund des erwarteten Regens davon aus, dass sich die Hochwasserlage in einigen Regionen in den kommenden Tagen verschärfen wird, wie sie in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Freitag erklärte. Laut dem Deutschen Wetterdienst wird der Regen von Samstag bis Sonntagmorgen zunächst etwas abnehmen.
Das Technische Hilfswerk (THW) stellte sich auf einen Einsatz in den Hochwasser-Gebieten bis in die erste Januar-Woche hinein ein. «Es ist ganz klar, dass das über den Jahreswechsel andauern wird», sagte THW-Präsidentin Sabine Lackner der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Berlin. «Was uns hoch besorgt, ist der Zustand der Deiche.» Sie seien massiv aufgeweicht. Täglich seien etwa 1000 Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten unterwegs.
Katastrophentouristen bereiten Probleme
Die Stadt Celle appellierte an Menschen, Sperrungen ernst zu nehmen und nur in die Stadt zu reisen, wenn es unbedingt notwendig sei. «Durch wachsenden „Hochwassertourismus“ und Verkehr werden Rettungskräfte vielerorts am Durchkommen gehindert.» Auch die Feuerwehr Verden berichtete von störenden Katastrophentouristen. Der Landkreis Osterholz befürchtet darüber hinaus, dass zu Silvester viele Schaulustige im Hochwassergebiet unterwegs sein werden.
Mehrere Landkreise haben erneut appelliert, dass Deiche nicht betreten werden sollen, da sie aufgeweicht sind und beschädigt werden könnten. In der Stadt Oldenburg besteht ein Verbot, Deiche zu betreten, das mit einer Strafe von bis zu 5000 Euro geahndet wird.
Weiter Einschränkungen bei der Bahn
Aufgrund der Wetterbedingungen und des Hochwassers müssen sich Bahnreisende länger als geplant auf Verspätungen und Streckensperrungen einstellen. Die Verbindung zwischen Oldenburg und Osnabrück ist aufgrund des Hochwassers nach wie vor eingeschränkt, sagte eine Sprecherin der Nordwestbahn am Freitag.
Die Füllstände an den Talsperren im Harz sinken jedoch weiterhin. Ein Sprecher der Harzwasserwerke sagte, dass derzeit kein Wasser mehr über den Notüberlauf abgegeben werde. Die Lage sei jedoch weiterhin angespannt, da immer noch zu viel Wasser in den Reservoirs sei. Die Harzwasserwerke hoffen auf trockenes Wetter, um die Talsperren weiterhin entleeren zu können und somit den Hochwasserschutz zu gewährleisten.








