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Hunderte Bombendrohungen – 13-Jähriger in Frankreich gefasst

Bombendrohungen gegen Flughäfen, Schulen und Einrichtungen lähmten Frankreich im Herbst. Ein jetzt gefasster 13-Jähriger soll für Hunderte der Drohungen verantwortlich sein. Was ist sein Motiv?

Nach einer Bombendrohung bewachen Polizisten den Eingang des Schlosses von Versailles (Oktober 2023).
Foto: Christophe Ena/AP/dpa

Die Polizei in Westfrankreich hat einen 13-Jährigen festgenommen, den sie für verantwortlich hält Hunderte der Bombendrohungen, die Frankreich seit dem Herbst in Atem halten. Die Staatsanwaltschaft in Rennes teilte mit, dass gegen den Schüler ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Dem Schüler würden Bombendrohungen in ganz Frankreich angelastet, insbesondere gegen Flughäfen, Gerichte und Universitäten. Der Schüler habe zugegeben, aus «Spieltrieb» und ohne jegliche politische oder religiöse Absicht gehandelt zu haben.

Familie vorübergehend in Polizeigewahrsam

Trotz der Tatsache, dass der Junge seine Drohungen über eine ausländische Netzwerkverbindung verschickte, wurde er von den Ermittlern aufgespürt. Anfangs wurde die gesamte Familie in Polizeigewahrsam genommen, jedoch wurden die Eltern und ein Bruder wieder freigelassen, da sie nichts mit der Angelegenheit zu tun hatten.

Frankreich wurde im Herbst durch eine Vielzahl von Bombendrohungen stark beeinträchtigt, ohne dass die Behörden zunächst in der Lage waren, die Drohungen einzuordnen. Dies geschah nach dem tödlichen Terroranschlag eines Islamisten auf einen Lehrer in Nordfrankreich und dem Beginn des Gaza-Kriegs. Es wurden keine konkrete Bedrohung oder politische Bezüge festgestellt.

Jugendliche wurden oft als Täter identifiziert. Laut Polizei wurden Videos von den Evakuierungen von Schulen teilweise millionenfach in sozialen Netzwerken angesehen. Drohungen führten teilweise tagelang zur Schließung von Flughäfen, der Touristen-Hotspot Schloss Versailles war ebenfalls mehrmals betroffen.

380 Bombendrohungen

Dem nun gefassten Schüler werden mindestens 380 Bombendrohungen vorgeworfen, wie die Zeitung «Le Parisien» berichtete. Zu den Drohungen, die dem Schüler bereits sicher zugeordnet wurden, etwa gegen den Bahnhof von Rennes und zwei Redaktionen der Regionalzeitung «Ouest France», sei es zwischen dem 28. Dezember und dem 10. Januar gekommen, teilte Staatsanwalt Philippe Astruc mit.

Dem Schüler, der an einer schweren Persönlichkeitsstörung leidet, wurde bereits eine einjährige Erziehungsmaßnahme auferlegt.

dpa