Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Jahrelange Flucht: Rios meistgesuchter Krimineller verhaftet

Er gilt als Anführer der größten Miliz Rios, der «Liga da Justiça» (Liga der Gerechtigkeit), und ist laut dem Gouverneur des Bundesstaats Cláudio Castro «Rios Feind Nummer Eins».

Gegen Rios meistgesuchten Kriminellen sollen mindestens zwölf Haftbefehle vorliegen. Nun hat er sich der Polizei gestellt. (Archivbild)
Foto: Eos80d, Jose Lucena/TheNEWS2 via ZUMA Press Wire/dpa

In Brasilien wurde der meistgesuchte Verbrecher der Millionenstadt Rio de Janeiro verhaftet. Die Bundespolizei teilte mit, dass Luis Antônio da Silva Braga, auch bekannt als Zinho, sich der Polizei gestellt hat. Zinho war seit 2018 auf der Flucht und hat sich in der Nacht von Heiligabend (Ortszeit) gestellt.

Er gilt als Anführer der größten Miliz Rios, der «Liga da Justiça» (Liga der Gerechtigkeit), und ist laut dem Gouverneur des Bundesstaats Cláudio Castro «Rios Feind Nummer Eins». Gegen ihn würden mindestens zwölf Haftbefehle vorliegen. Er habe sich nach Verhandlungen zwischen seinen Anwälten und der Bundespolizei sowie dem Sekretariat für öffentliche Sicherheit des Bundesstaats gestellt, hieß es.

«Dies ist ein weiteres wichtiges Ergebnis der ernsten und planmäßigen Arbeit, die in Rio de Janeiro und anderen Bundesstaaten zur Bekämpfung krimineller Vereinigungen geleistet wird», sagte Brasiliens Justizminister Flávio Dino der staatlichen Nachrichtenagentur Agencia Brasil zufolge.

Milizen bestehen aus aktiven und ehemaligen Polizisten, die in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt sind. Sie entscheiden in den von ihnen kontrollierten Gebieten darüber, wer Zugang zu Strom, Gas und fließendem Wasser hat. Zinhos Verbrechersyndikat beherrscht hauptsächlich die Westzone von Rio. Dort wurden im Oktober mindestens 35 Busse und ein Zug angezündet, nachdem zuvor der Neffe und die rechte Hand des Milizchefs von der Polizei getötet worden waren. Die Gewalt führte zur Schließung von Schulen und legte den Verkehr an vielen Orten lahm. Die Polizei geht davon aus, dass die Miliz für die Brandstiftung an den Bussen verantwortlich ist.

dpa