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Kann der Meeresboden die Eisschmelze in der Antarktis bremsen?

Das Forschungsschiff “Polarstern” hat in der Ostantarktis herausgefunden, dass der Meeresboden eine entscheidende Rolle beim Verlangsamen des Eisschmelzens in dieser Region spielt. Die Antarktis wird als der größte Eisspeicher der Erde angesehen, da dort etwa 90 Prozent des weltweiten Eises lagern.

Meeresboden bremst Eisschmelze in Antarktis
Putulik Jaaka auf Pexels

Das Forschungsschiff “Polarstern” hat in der Ostantarktis herausgefunden, dass der Meeresboden eine entscheidende Rolle beim Verlangsamen des Eisschmelzens in dieser Region spielt.

Die Antarktis wird als der größte Eisspeicher der Erde angesehen, da dort etwa 90 Prozent des weltweiten Eises lagern. Vom 19. bis 30. Oktober findet in Hobart, Australien, ein Treffen der “Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis” statt. Ziel dieser Versammlung ist es, den marinen Lebensraum rund um den Kontinent zu schützen, der durch die Erderwärmung bedroht ist. Diese Erwärmung hat bereits Einfluss auf die Tierwelt, darunter Wale, Pinguine und kleinere Organismen wie Krill, und verändert deren Lebensräume erheblich.

Jährlich geht im Eiskontinent durchschnittlich eine Menge von etwa 150 Milliarden Tonnen Eis verloren, berichtet der Kieler Meeresgeophysiker Sebastian Krastel. Diese kontinuierliche Eisreduktion gefährdet langfristig die Lebensgrundlagen vieler Tierarten und trägt zur Anhebung des Meeresspiegels bei. Sollte sich das Abschmelzen weiter beschleunigen, könnten Millionen Menschen an Küstenregionen weltweit ihre Heimat verlieren, fügt der Geologe Marcus Gutjahr vom Kieler Geomar Forschungszentrum hinzu.

Geologische Formationen als Stabilitätsfaktor

Während der westliche Antarktische Eisschild seit vielen Jahren schmilzt, hat der östliche Teil lange Zeit Stabilität bewahrt. Bisher wurde dies überwiegend auf die höhere Lage und den arktischen Küstenstrom zurückgeführt, der die Ostantarktis vor wärmerem Wasser schützt. Bei der letzten Expedition mit dem Eisbrecher “Polarstern” jedoch entdeckte das Team unter der Leitung von Sebastian Krastel eine zusätzliche Ursache für diese Stabilität: den Meeresboden.

Das Team kartierte den Meeresgrund vor der Ostküste mittels Echolotmessungen und fand einen 260 Meter hohen sowie 65 Kilometer langen Sedimenthügel, der aus Sand, Schlamm und Gestein besteht – alles Material, das durch das Eis ins Meer transportiert wurde. Diese geologische Formation hat entscheidend zur Stabilität des Eises beigetragen und den Rückzug an dieser Stelle verlangsamt. Solche Sedimentkeile sind im Südpolarmeer zwar häufig, doch können sie das Abschmelzen nur abbremsen, nicht jedoch gänzlich stoppen.

Klimatische Veränderungen in der Ostantarktis

Die Ostantarktis hat dem Klimawandel lange standgehalten, mit konstanten Durchschnittstemperaturen von minus 55 Grad Celsius. Doch nun zeigen sich auch hier erste Anzeichen des Schmelzens. Die globale Erwärmung führt zu Veränderungen in den Windrichtungen und Strömungen, wodurch warme Wassermassen, die als zirkumpolares Tiefenwasser bekannt sind, an die Küste gelangen und die Gletscher von unten angreifen.

Ein Beispiel für diese Veränderungen ist der Denman-Gletscher, dessen Eiszunge sich über 130 Kilometer erstreckt und bis ins Meer reicht. Ab einer Wassertiefe von 300 Metern wird das Wasser erheblich wärmer, was die Erosion des Eises fördert und die Forscher besorgt. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass selbst diese einst stabile Region der Antarktis zunehmend verletzlich wird.

Folgen des Eisschmelzens für den Meeresspiegel

Im Denman-Gletscher lagert genug Eis, um den globalen Meeresspiegel um 1,5 Meter anzuheben. Zudem hat das Eis der Antarktis einen direkten Einfluss auf die globalen Durchschnittstemperaturen, da es Sonnenenergie reflektiert. Der Albedo-Effekt wird durch das Schmelzen des Eises geschwächt, wodurch der Ozean mehr Wärme aufnehmen kann, was wiederum die Erderwärmung verstärkt.

Die Erwärmung des Meerwassers stellt eine Bedrohung für die Stabilität des Eisschildes in der Ostantarktis dar. Ohne eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen könnte ein unumkehrbarer Prozess eingeleitet werden, der das Eis am Südpol schneller schmelzen lässt und einen unaufhaltsamen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge hat.

Diese Veränderungen würden weltweit Milliarden von Küstenbewohnern betreffen. Auch in Mitteleuropa könnte die Küste Schleswig-Holsteins bis zum Jahr 2100 überflutet sein, während große Teile der Niederlande unbewohnbar werden könnten. Dies stellt das Worst-Case-Szenario des Weltklimarates dar, das einen Anstieg des Meeresspiegels um ein bis zwei Meter bis 2100 prognostiziert.


Quellen: tagesschau, BR

Bildquelle: Putulik Jaaka auf Pexels

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS