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Karnevalsauftakt bei schlechtem Wetter

Orkane, Schneeregen und Blitzeis – im Laufe der Jahre haben die Karnevalisten schon manchem Wetter getrotzt. Diesmal müssen sie sich lediglich auf Dauerregen einstellen. Das dürfte zu schaffen sein.

In Teilen Nordrhein-Westfalens wird es an den Karnevals-Tagen außerordentlich stürmisch, nass und ungemütlich.
Foto: Oliver Berg/dpa

Pünktlich um 11.11 Uhr bricht heute in den Karnevalshochburgen wieder der närrische Frohsinn aus. Mit Weiberfastnacht oder Altweiberdonnerstag beginnt traditionell der Straßenkarneval. In vielen Städten stürmen Frauen die Rathäuser und übernehmen symbolisch die Macht. So setzen in Düsseldorf die «Möhnen» den Bürgermeister gefangen. In Köln fordert das Dreigestirn die Stadtschlüssel ein. 

Das Wetter könnte eine kleine Stimmungsdämpfung sein. Der Deutsche Wetterdienst hat für Teile von Nordrhein-Westfalen eine Unwetterwarnung vor anhaltendem starkem Regen herausgegeben. Insbesondere im Bergischen Land, im Sauerland und rund um Aachen könnten 60 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen – das ist genug, um Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer treten zu lassen und Straßen zu überfluten, teilten die Meteorologen mit. In den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf sieht es nur geringfügig besser aus.

Die Karnevalisten wollen sich davon aber nicht abschrecken lassen. «Wir haben an Weiberfastnacht und Rosenmontag schon Orkane, Schneeregen und Blitzeis gehabt – und trotzdem sind die Jecken auf der Straße gewesen», sagte ein Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval. «Dann passt man sich eben bei der Kleidung an und muss ein bisschen lauter singen.» Die Zahl der Besucher sei bei schlechtem Wetter erfahrungsgemäß nur ein wenig niedriger als bei Sonnenschein.

Erstmals Straßenfest auf den Kölner Ringen

Das närrische Treiben stellt eine Herausforderung für die Ordnungskräfte dar, vor allem in Köln, das an Weiberfastnacht immer von vielen Tausend Partytouristen besucht wird. Durch exzessiven Alkoholkonsum kommt es regelmäßig zu großem Gedränge und Begleiterscheinungen wie Vermüllung und öffentlichem Urinieren. Die Stadt plant, den Ansturm mit über 1500 Polizisten, 200 Mitarbeitern des Ordnungsamts und mehr als 1000 privaten Sicherheitskräften in geordnete Bahnen zu lenken. Zusätzlich wird es dieses Jahr erstmals ein Straßenfest auf den Kölner Ringen geben, um das überfüllte Studentenviertel rund um die Zülpicher Straße zu entlasten.

In ganz Nordrhein-Westfalen werden an den Karnevalstagen etwa 62.000 Polizeikräfte eingesetzt, regulär wären es in dieser Zeitspanne 38.000. «Damit sind wir auch auf unvorhersehbare Ereignisse eingestellt», sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Aufgrund der internationalen Lage mit Kriegen in Israel und der Ukraine sei die abstrakte Terrorgefahr hoch. Reul rät aber nicht dazu, deshalb zu Hause zu bleiben: «Es ist wichtig, dass man auch in schweren Zeiten vor die Tür geht und mal unbeschwert Karneval feiert.»

dpa