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Kein Ende des Hochwassers – Pegelwerte könnten noch steigen

Seit Tagen sind Einsatzkräfte pausenlos in den von Überflutungen betroffenen Gebieten unterwegs. Ein Ende der Überschwemmungen ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Die Pegelstände könnten weiter steigen.

Ein Bauernhof im Bremer Stadtteil Timmersloh steht unter Wasser.
Foto: Sina Schuldt/dpa

In den überschwemmungsgefährdeten Gebieten Deutschlands gibt es große Besorgnis über die weiter steigenden Pegelstände. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat angekündigt, dass es bis Donnerstag anhaltenden Regen mit lokal großen Regenmengen geben wird.

In der Nacht wird es in einigen Gebieten außerdem stürmisch. In Bremen und dem stark betroffenen Niedersachsen zeigen am Dienstagabend noch viele Pegel die höchste der drei Hochwassermeldestufen an. In Niedersachsen gehen die Vorräte an Sandsäcken für den Deichschutz derweil zur Neige.

Große Regenmengen erwartet

Es sind nach wie vor Niedersachsen, Teile von Nordrhein-Westfalen, der Süden von Sachsen-Anhalt und der Norden von Thüringen besonders betroffen. Der Hochwassernachrichtendienst des bayerischen Landesamtes für Umwelt teilte mit, dass in der Nacht in Ostbayern stellenweise die Meldestufe zwei erreicht werden soll. Im Einzugsgebiet des Flusses Regen im Landkreis Cham ist sogar Stufe 3 möglich. Auch im Landkreis Bamberg in Nordbayern wird erwartet, dass an einigen Flüssen diese Warnstufe erreicht wird.

Gemäß dem Wetterdienst ist bis Donnerstag mit lokal starken Regenfällen von Niedersachsen bis zum Schwarzwald sowie in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen zu rechnen. Die Meteorologen erwarten innerhalb von 30 bis 60 Stunden 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter, im Bergland sogar bis zu 100 Liter. In einigen Teilen Baden-Württembergs wurden die Warnungen des DWD vor anhaltendem ergiebigem Regen aufgehoben.

Der DWD prognostizierte stürmische Böen für die Nacht zum Mittwoch. Am Dienstagabend wurde berichtet, dass im Nordwesten und im Bergland auch Sturmböen und schwere Sturmböen möglich seien. Für die ostfriesischen Küsten und exponierte Gipfel sagten die Experten orkanartige Böen mit bis zu 120 Stundenkilometern voraus, an der Ostsee seien auch Sturmböen möglich.

Schulpflicht ausgesetzt

In einigen Orten im Hochwassergebiet an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Thüringen wird die Schulpflicht ausgesetzt. Der Landkreis Mansfeld-Südharz teilte am Dienstagabend mit, dass die Schulen in Kelbra, Roßla und Wallhausen am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben. Es wird eine Notbetreuung eingerichtet. In der Nacht trat in Thüringen die Leina im gleichnamigen Ort über die Ufer.

Aufgrund des anhaltenden Regens besteht die Möglichkeit, dass in Altenglan in Rheinland-Pfalz ein Regenrückhaltebecken überläuft. Daher wurde am Dienstagabend zunächst angekündigt, dass die Gebäude in einer Straße evakuiert werden sollten. Allerdings können die Anwohner vorerst in ihren Häusern bleiben, wie ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur gegen 22.00 Uhr mitteilte. Die Lage blieb auch in der Nacht vorerst stabil.

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teilte in der Nacht mit, dass in Niedersachsen am Dienstag die Landes-Reserve von rund 1,9 Millionen Sandsäcken bis auf einen kleinen Rest aufgebraucht war. Das Bundesland greift mittlerweile auch auf Reserven anderer Bundesländer zurück. Niedersachsen hat bisher rund 1,5 Millionen Säcke erhalten. Die Sandsäcke werden verwendet, um Deiche zu verstärken.

Das Technische Hilfswerk (THW) geht nach Angaben seiner Präsidentin Sabine Lackner davon aus, dass die Herausforderungen für die Katastrophenschutz-Organisation generell immer größer werden. Momentan sei das THW im Bevölkerungsschutz zwar gut aufgestellt und könne in der derzeitigen Hochwasserlage effiziente Hilfe an vielen Orten gleichzeitig leisten, sagte Lackner der «Rheinischen Post». «Dennoch führt uns die aktuelle Lage einmal mehr dramatisch vor Augen, dass die Herausforderungen an das THW immer größer werden, auch durch Extremwettereignisse, deren massive Auswirkungen wir derzeit in verschiedenen Regionen Deutschlands erleben.»

dpa