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Komet mit schimmerndem Schweif am Abendhimmel zu sehen

Alle etwa 70 Jahre lässt sich der Komet 12 P/Pons-Brooks blicken. Aktuell ist es wieder so weit.

Ein seltenes Phänomen: Schaulustige haben derzeit bei klarem Himmel Chancen, einen Kometen zu sehen. Derzeit ist es Komet 12 P/Pons-Brooks - im September war es der Komet C/2023, auch «Nishimura» genannt (Bild).
Foto: Dan Bartlett/dpa

Er ist weiter entfernt als die Sonne – dennoch kann man ihn in der Dunkelheit erkennen: Etwa alle 70 Jahre ist der Komet 12 P/Pons-Brooks wie derzeit wieder auf seiner Umlaufbahn für eine gewisse Zeit von der Erde aus sichtbar. Mit etwas Glück kann man ihn laut dem Hobby-Astronomen Michael Jäger sogar mit bloßem Auge sehen, zum Beispiel von einem Berg aus.

«Der Komet neigt zu Helligkeitsausbrüchen», sagte Jäger, der den Himmelskörper im März von Österreich aus fotografiert und nach eigenen Angaben selbst schon einen Kometen entdeckt hat. Es gebe auf der Oberfläche eine Art Geysire, die Gas und Staub ausspucken und so für den grünlich-gelb schimmernden typischen Schweif sorgen.

«Insgesamt beobachten kann man den Kometen gut, aber man braucht ein Fernglas», sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, Uwe Pilz, der Deutschen Presse-Agentur. «Der Komet ist recht niedrig am Abendhimmel.» Um ihn zu sehen, müsse man am Abend nach Nordwesten blicken.

Sicht bei Dämmerung am besten

«Man sollte mit der Beobachtung beginnen, wenn die Dämmerung weit fortgeschritten, aber der Himmel noch nicht ganz dunkel ist», erklärte Pilz. «Je nach Ort im deutschen Sprachraum ist das zwischen 19.30 und 20.00 Uhr.» Anfänger hätten bis Anfang April gute Chancen, ihn zu finden, sofern das Wetter mitspielt. Für Astronomen sei am 10. April Schluss.

Der vermutlich etwa 30 Kilometer große Komet ist ungefähr 240 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und somit weiter entfernt als das Zentrum unseres Sonnensystems.

Die Koma – eine nebelige Hülle um den Kometenkern – und der Schweif entstehen, wenn solche Himmelskörper auf ihrer Umlaufbahn in Sonnennähe kommen und sich erwärmen. Bei 12 P/Pons-Brooks sei der Schweif «sicher über zehn Millionen Kilometer lang», sagte Jäger der dpa.

Manches nicht mit bloßem Auge zu erkennen

Man könnte ihn durchaus als großen Bruder des Halleyschen Kometen bezeichnen, so Jäger. «Dieser periodische Komet gehört zu den größten periodischen Kometen, die wir kennen.» In den USA wird spekuliert, dass die Sonnenfinsternis am 8. April eine gute Chance für eine Beobachtung bietet.

Der Kometenkern könne nicht gesehen werden, sondern die Koma und der Schweif. Die Ausbrüche in den Aktivitätsgebieten auf dem Kometen könne man nur auf speziell bearbeiteten Fotos erkennen, erklärte Pilz.

Der Komet Pons-Brooks wurde im Juli 1812 von Jean-Louis Pons am Observatorium in Marseille entdeckt und im Jahr 1883 von William Robert Brooks wiederentdeckt. Laut Jäger wurde er jedoch bereits hunderte Jahre zuvor am Himmel gesehen und dokumentiert.

Extrem weit weg

Komets kommen aus dem äußersten, kalten Rand des Sonnensystems und sind Himmelskörper, die bei der Planetenentstehung nicht verbraucht wurden. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bestehen sie aus Staubkörnern, organischen Molekülen und aufgrund ihrer niedrigen Temperatur aus gefrorenen Gasen. Ihr hoher Anteil an flüchtiger Materie unterscheidet sie von Asteroiden. Durch Gravitation oder Kollisionen werden sie manchmal aus ihrer ursprünglichen Umlaufbahn gestoßen und gelangen dann auch in die Nähe der Sonne oder der Erde.

Im September des letzten Jahres war der Komet C/2023 am Nachthimmel zu sehen, der erst kürzlich entdeckt wurde. Im Februar konnte man bei einem seiner seltenen Treffen mit der Erde den grünen Kometen C/2022 E3 (ZTF) sehen. Dieser Himmelskörper passiert die Erde nur alle etwa 50.000 Jahre.

dpa