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Hausmeister bietet Spanien nach Feuerinferno etwas Trost

Drei Tage nach dem Großbrand in Valencia hat Spanien die Tragödie noch nicht verdaut. Nach den schlimmen Bildern, die live im TV übertragen wurden, bietet aber ein unwahrscheinlicher Held etwas Trost.

Nach dem Großbrand in einem Wohnkomplex in Valencia ist die Zahl der Toten weiter gestiegen.
Foto: Rober Solsona/EUROPA PRESS/dpa

Die Leiche des zehnten und letzten Todesopfers wurde nach dem Feuerinferno in einer Wohnanlage in Valencia gefunden.

Es gebe keine Vermissten mehr, teilten die Behörden der Mittelmeermetropole mit. Derweil rollte am Wochenende die Hilfe für die rund 140 obdachlos gewordenen Familien richtig an. Die Stadt stellte ein Gebäude mit 131 Sozialwohnungen für «die nächsten Monate» zur Verfügung.

Es wird voraussichtlich eine längere Zeit dauern, bis die Familien der Todesopfer, die Überlebenden, die alles verloren haben, und das gesamte Land die Tragödie vollständig verarbeitet haben. Die Spanier sind vor allem besorgt darüber, wie sicher die Zigtausenden von Wohnanlagen sind, die während des Baubooms der 2000er Jahre auch in den Urlaubsorten am Mittelmeer gebaut wurden.

Hausmeister Julián als Schlüsselfigur

Mitten inmitten der Ungewissheit und Trauer brachte jedoch ein unerwarteter Held dem Land etwas Trost. Der Hausmeister Julián hatte das Feuer frühzeitig bemerkt und war von Wohnungstür zu Wohnungstür gerannt, um die Bewohner zu warnen. Einer 72-Jährigen half er, die Treppen hinunterzukommen. Mit seiner dicken, roten Winterjacke stand er bei einer bewegenden Gedenkzeremonie vor dem Rathaus in Valencia im Mittelpunkt, während eine Schweigeminute und viele Tränen stattfanden.

Julián wurde von Hunderten bejubelt und umarmt, von Politikern unter anderem als «Schlüsselfigur» gelobt und von Journalisten und Fotografen bedrängt. Schüchtern sagte er: «Ich habe doch nur meine Pflicht getan.» Die Zeitung «El Mundo» und andere Blätter hatten sein Bild auf Seite eins, der staatliche TV-Sender RTVE feierte «den kleinen, großen Helden». Ohne seinen selbstlosen Einsatz wäre die Opferzahl wohl viel höher, hieß es.

Im modernen Wohnkomplex gab es ungefähr 140 Wohnungen mit etwa 450 Bewohnern. Das Feuer brach am Donnerstag gegen 17 Uhr aus und breitete sich innerhalb kürzester Zeit auf die gesamte Wohnanlage mit zwei Flügeln aus. Die schnelle Ausbreitung der Flammen, die live im Fernsehen übertragen wurde, wurde von Experten auf brennbare Teile der Fassadenisolierung zurückgeführt. Der starke Wind fachte das Feuer zusätzlich an. Verschiedene regionale Architektenkammern wiesen jedoch Spekulationen zurück und baten darum, die Ergebnisse der Untersuchungen abzuwarten. Die Justiz hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

dpa