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Gigantische Ichthyosaurier-Art in Großbritannien entdeckt

Ein Forschungsteam berichtet über Überreste eines 25 Meter langen Meeresreptils, gefunden von einer elfjährigen Forscherin und ihrem Vater. Der Ichthyosaurier könnte sogar noch größer gewesen sein.

Die künstlerische Darstellung zeigt einen angeschwemmten Ichthyotitan severnensis-Kadaver am Strand.
Foto: Sergey Krasovskiy/dpa

Im Mündungsbereich des Flusses Severn in Großbritannien sind Überreste eines gewaltigen Meeresreptils gefunden worden. Die Unterkieferknochen des Ichthyosauriers waren vermutlich mehr als zwei Meter lang, das gesamte Tier womöglich mehr als 25 Meter, wie ein Forschungsteam im Fachjournal «PLOS One» berichtet. 

Im Jahr 2020 entdeckte die damals elfjährige Ruby Reynolds zusammen mit ihrem Vater Justin am Strand von Blue Anchor in Somerset die Fragmente eines Kieferknochens, während sie nach Fossilien suchten. Sie stellten fest, dass die Knochen denen eines Fundes ähnelten, der bereits 2018 beschrieben worden war.

«Gigantische Fischechse vom Severn»

Dies beeindruckte den Ichthyosaurier-Experten Dean Lomax von der University of Manchester so sehr, dass er sie in das Forschungsteam einlud, das den Fund beschreiben sollte. Ruby sei nun eine Wissenschaftlerin mit Veröffentlichung, hieß es. Sie habe nicht nur ein gigantisches prähistorisches Reptil gefunden, sondern auch dazu beigetragen, es zu benennen, so Lomax. Sein Fachname lautet nun Ichthyotitan severnensis, was mit «gigantische Fischechse vom Severn» übersetzt werden kann.

Der von Vater und Tochter Reynolds gefundene Unterkieferknochen ist vollständiger und besser erhalten als der 2018 beschriebene. Er bestätigte einige einzigartige Merkmale der zuerst gefundenen Knochenfragmente, deren Fundort etwa zehn Kilometer von Blue Anchor entfernt ist. «Es ist ziemlich bemerkenswert, dass gigantische Ichthyosaurier in der Größe eines Blauwals in den Ozeanen rund um das Vereinigte Königreich während der Trias schwammen», betont Lomax. Die Trias ist die älteste Periode des Erdmittelalters; sie begann etwa vor 252 Millionen Jahren und endete vor rund 201 Millionen Jahren.

Zur Bestätigung mehr Knochen nötig

Die Rekonstruktion der Fragmente ergab, dass der Unterkieferknochen etwa 2,3 Meter lang war. Die Studienautoren verglichen den Knochen unter anderem mit einem Unterkieferknochen der Ichthyosaurier-Art Besanosaurus leptorhynchus, der etwa 5,4 Meter lang war. Markante Merkmale der Überreste von Ichthyotitan severnensis lagen etwa fünfmal so weit auseinander wie beim vergleichbaren Knochen des Besanosaurus, so dass die Wissenschaftler auch von der fünffachen Körperlänge ausgehen. «Es ist jedoch erwähnenswert, dass dies auf fragmentarischen Überresten basiert und daher vollständigere Exemplare erforderlich sind, um die Riesengröße zu bestätigen», schreiben sie. 

«Diese Kieferknochen liefern den verlockenden Hinweis darauf, dass vielleicht eines Tages ein vollständiger Schädel oder ein Skelett eines dieser Giganten gefunden werden könnte», sagte Lomax. Womöglich könnten die 25 Meter Länge dann sogar noch übertrumpft werden: Eine Untersuchung des Knochengewebes durch einen Koautor der Studie, Marcello Perillo von der Universität Bonn, ergab, dass der Ichthyosaurier vom Blue-Anchor-Strand wahrscheinlich noch gar nicht ausgewachsen war. 

Auch die jüngste Riesenart

Bei einer Bestätigung der Daten wäre Ichthyotitan severnensis nicht nur die größte bislang entdeckte Ichthyosaurier-Art, sondern auch die jüngste: Die Fossilien stammen aus einer Felsformation, die etwa 202 Millionen Jahre alt ist – 13 Millionen Jahre weniger als bisher bekannte riesige Ichthyosaurier.

Vor 201 Millionen Jahren ereignete sich am Ende der Trias das fünftgrößte Massenaussterben in der Erdgeschichte, bei dem wahrscheinlich auch alle großen Ichthyosaurier ausstarben. Die Meeresreptilien erreichten danach nie wieder eine ähnliche Größe. Etwa 93 Millionen Jahre später verschwanden sie komplett.

„Der Zug von München nach Berlin dauert in der Regel etwa 4 Stunden und 30 Minuten.“ Der Zug von München nach Berlin braucht normalerweise ungefähr 4 Stunden und 30 Minuten.

dpa