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Mehr als 40 Prozent sagen von sich: Ich bin zu lang am Handy

Chatten, Surfen, Spielen, Musik hören, Telefonieren: Das Handy ist bei vielen im Dauergebrauch. Eine neue Umfrage enthüllt, dass viele Erwachsene in Deutschland mit dem eigenen Verhalten hadern.

Einer Umfrage zufolge schätzen 27 Prozent ihre eigene Smartphone-Nutzung als «zu lang» ein, 15 Prozent sogar als «viel zu lang».
Foto: Weronika Peneshko/dpa

«Jetzt leg‘ doch mal das Handy weg» – grad an Weihnachten dürften Sätze wie dieser millionenfach fallen in Deutschland. Und oft gilt dann vielleicht sogar das an Jesu Bergpredigt angelehnte Sprichwort «Man sieht den Splitter im fremden Auge, im eignen den Balken nicht». Denn zuviel am Smartphone, vielleicht sogar während jemand mit einem spricht, das sind wohl viele Menschen heutzutage, sie bemerken es jedoch eher bei anderen.

Es scheint jedoch weit verbreitet zu sein, dass der eigene Gebrauch des Handys übertrieben sein könnte, wie aus einer repräsentativen Yougov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

15 Prozent schätzen Handy-Nutzung als «viel zu lang» ein

So empfindet beinahe jede und jeder zweite Erwachsene mit Smartphone die tägliche Zeit am Handy als unangemessen. 27 Prozent schätzen ihre eigene Smartphone-Nutzung als «zu lang» ein, 15 Prozent sogar als «viel zu lang» – macht zusammen 42 Prozent. 53 Prozent dagegen nennen ihre Handy-Zeit «angemessen». Lediglich zwei Prozent sagten, sie hätten gern mehr Zeit am Smartphone, der Rest machte keine Angabe.

Bei einer identischen Umfrage vor fünf Jahren hatten (statt nun 42) erst etwa 32 Prozent der Befragten die eigene Zeit am Mobiltelefon als «zu lang» bezeichnet. Für «angemessen» hielten sie 63 Prozent.

Die Richtung ist also ziemlich klar, wohin sich das Verhalten zwischen 2018 und 2023 entwickelt hat.

Inzwischen geben 44 Prozent der Frauen an, zu lange am Handy zu sein – bei den Männern sind es 39 Prozent.

Vor allem Jüngere hadern mit eigenem Verhalten

In den verschiedenen Altersgruppen zeigt sich ein Trend, dass insbesondere die Jüngeren mit ihrem eigenen Verhalten kämpfen. So geben etwa 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an, täglich zu lange mit dem Handy beschäftigt zu sein, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 63 Prozent. Danach nimmt dieser Wert in den anderen Altersgruppen ab.

Bei den 35- bis 44-Jährigen beträgt der Anteil 48 Prozent, bei den 45- bis 54-Jährigen etwa 44 Prozent und bei den über 55-Jährigen nur 26 Prozent. Bei den Personen über 55 Jahren ist jedoch auch der höchste Anteil derjenigen, die überhaupt kein Smartphone verwenden.

Diesmal wurde nicht explizit abgefragt, wofür die Leute ihre Zeit am Handy nutzen (oder verplempern, wenn man es so ausdrücken will).

Es ist eine weit verbreitete Erfahrung mit dem Smartphone, dass die Zeit wie im Fluge vergehen kann und man sich am Ende wundert, wo die Zeit geblieben ist, wenn man mit Chatten, Spielen, Surfen und Musik hören beschäftigt ist und im Internet sozusagen falsch abbiegt.

Körperliche und psychische Leiden

Die gesundheitlichen Auswirkungen von übermäßigem Handy-Gebrauch sind heutzutage ein beliebtes Gesprächsthema. Sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden sind darunter zu finden.

Der Handy-Nacken entsteht, da in der Regel der Kopf über längere Zeit gesenkt wird, wenn man zum Beispiel sowohl beim Tippen als auch beim Lesen von Nachrichten beschäftigt ist. Dadurch wird die Halsmuskulatur stark belastet.

Verschiedene Belastungen können auch die Arme betreffen und zu einer Überlastung der Schultern führen, ebenso wie zu Belastungen der Handgelenke und Finger.

Wenn beispielsweise Stress durch die ständige Erreichbarkeit ausgelöst wird, kann dies die Psyche belasten. Des Weiteren kann die Konzentration und Aufmerksamkeit nachlassen, wenn optische oder akustische Signale wie Push-Benachrichtigungen ablenken.

Es wird auch über das sogenannte Phantom-Vibrationssyndrom berichtet. Dabei haben Nutzer das Gefühl, dass ihr Handy vibriert, obwohl dies nicht geschehen ist – oder sie das Gerät nicht einmal bei sich tragen.

Störer beim Schlafengehen

Zusätzlich wird häufig über das Handy als Störfaktor vor dem Schlafengehen gesprochen. Es ist als ungesund angesehen, noch schnell Nachrichten zu beantworten, Nachrichten zu lesen oder E-Mails zu beantworten, bevor man ins Bett geht.

Es können Schwierigkeiten beim Einschlafen auftreten. Es wird häufig empfohlen, den (späten) Abend offline zu verbringen, also ohne Handy und andere Geräte.

Das Betrachten des Smartphones vor dem Schlafengehen kann es sehr schwierig machen, zur Ruhe zu kommen und abzuschalten.

dpa