Zu Gewebespenden zählen etwa Augenhornhäute und Blutgefäße. Eine Gesellschaft konnte im vergangenen Jahr vielen Menschen in Deutschland mit solchen Spenden helfen.
Mehr Gewebespenden – aber weiterhin Mangel an Herzklappen

Im Vergleich zum Vorjahr erhielt die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) im letzten Jahr erneut mehr Gewebespenden. Im Jahr 2023 wurden 7470 Gewebe in die Gewebebanken im DGFG-Netzwerk eingegangen, darunter 6656 Augenhornhautpräparate, wie die DGFG in Hannover am Montag in den vorläufigen Jahreszahlen bekannt gab. Im Vorjahr waren es 6679 und im Jahr 2021 noch 6422 Gewebe. Etwa die Hälfte der Gewebetransplantate in Deutschland wird von der DGFG vermittelt.
Den Daten zufolge gibt es weiterhin einen Mangel an kardiovaskulärem Gewebe: «Die Vermittlungsstelle erhielt in 2023 über 430 Anfragen für eine Herzklappe», hieß es von der DGFG. «Nur 45 Prozent der Anfragen konnten bedient werden.» Der Mangel beeinträchtige das Leben vieler Patientinnen und Patienten schwer. «Hier müssen wir auch im kommenden Jahr gemeinsam mit den Kliniken die Spendeprogramme bei Herz-Kreislauf-Verstorbenen weiter ausbauen, um eine verlässliche Alternative zur Organspende zu haben», sagte DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.
Laut der DGFG sind künstliche Herzklappen oder solche von Schweinen für viele Erwachsene geeignet. Jedoch sind junge Patientinnen und Patienten auf humane Herzklappen angewiesen, die mitwachsen können und keine blutverdünnenden Medikamente erfordern.
Im Jahr 2023 spendeten insgesamt 3475 Menschen Gewebe, was 12 Prozent mehr als im Vorjahr (3070) war. 7503 Patienten konnten mit Gewebetransplantaten versorgt werden, darunter 5003 mit einer Augenhornhaut und 197 mit einer Herzklappe. Es werden auch Blutgefäße und sogenannte Amnionmembranen aus Plazentas verpflanzt, die bei Wundheilungsstörungen und Verbrennungen als Hautersatz verwendet werden.








