Der 25-jährige Angreifer aus Afghanistan tötete einen Mann und verletzte einen weiteren schwer, weil sie Alkohol tranken. Kein terroristischer Hintergrund laut Staatsanwältin.
Blutiger Angriff in Bordeaux: Messerattentäter attackierte zuerst Weintrinker

Der Angreifer in Bordeaux hat bereits vor seinem Angriff zwei weitere Personen angegriffen, eine davon tödlich und eine schwer verletzt – vermutlich, weil sie Alkohol konsumiert hatten.
Staatsanwältin Frédérique Porterie in Bordeaux sagte, dass der Täter am Mittwochabend, kurz vor der tödlichen Attacke in der südwestfranzösischen Großstadt, zwei Menschen angegriffen habe, weil sie am letzten Tag des muslimischen Fastenmonats Ramadan Rosé-Wein tranken.
Bei dem von der Polizei erschossenen Angreifer handelt es sich nach einem Abgleich seiner Fingerabdrücke um einen 25-Jährigen aus Afghanistan. «Kein Element weist auf eine terroristische Tat hin», sagte die Staatsanwältin. Die Pariser Antiterror-Staatsanwaltschaft stehe den noch laufenden Ermittlungen aber flankierend zur Seite.
Angreifer stach auf Opfer wegen deren Alkoholkonsums ein
Der Täter hat bei seinem ersten Angriff nach mehreren Schlägen ein Messer gezogen und die beiden Weintrinker zum Kampf aufgefordert, bevor er davonging. Kurz darauf griff er in der Nähe des stark frequentierten Ufers der Garonne zwei Algerier an, die ebenfalls Alkohol tranken.
Das 37-jährige Opfer ist laut Staatsanwältin an den Folgen von neun Messerstichen gestorben. Sein 26-jähriger Begleiter, der schwer verletzt wurde, ist nach einer Notoperation nicht mehr in Lebensgefahr. Beide obdachlose Opfer stammen aus demselben Ort in Algerien.
Der Angreifer hatte ein großes Jagdmesser bei sich und trug laut Zeugenaussagen ein Gewand sowie ein Kopftuch, das in der arabischen Welt auch von Männern getragen wird und nur die Augen durch einen Schlitz zeigt. Auf Zeugen machte der Täter den Eindruck eines strenggläubigen Moslems.
Polizei erschoss Täter mit Sturmgewehr
Nach der Attacke stellten Polizisten den Täter nur wenige Minuten später. Der Täter näherte sich den Beamten aus kurzer Entfernung mit einem Messer. Einer der Beamten erschoss den Mann daraufhin mit einem Sturmgewehr, das er als Dienstwaffe bei sich trug. Laut Porterie handelte der Beamte aus Notwehr, obwohl es auch routinemäßige Ermittlungen zu dem Polizeieinsatz geben wird. Präsident Emmanuel Macron lobte am Donnerstag das schnelle Eingreifen der Polizisten und drückte sein Mitgefühl für das Opfer der Attacke aus.
Im Moment herrscht in Frankreich die höchste Terrorwarnstufe, was zu einer verstärkten Präsenz der Polizei führt. In den Großstädten sind auch bewaffnete Streifen mit Militärkräften im Einsatz, um mögliche Angreifer bei Bedrohungslagen zu bekämpfen.








