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Millionen-Coup in Los Angeles: Diebe erbeuten bis zu 30 Millionen Dollar

Ein filmreifer Einbruch in einen Geldspeicher nahe Los Angeles sorgt für Aufsehen. Die Täter drangen über das Dach ein und knackten einen Tresor.

Die Täter seien über das Dach des Geldspeichers in das Gebäude gelangt.
Foto: Richard Vogel/AP

Bei einem spektakulären Einbruch in einen Geldspeicher in der Nähe von Los Angeles haben Diebe bis zu 30 Millionen Dollar (knapp 28 Millionen Euro) Bargeld gestohlen. Der Coup fand am Ostersonntag in einem Flachbau in Sylmar im San Fernando Valley (US-Bundesstaat Kalifornien) statt, wo Geld von Unternehmen aus der Region aufbewahrt wird, wie die Polizei berichtete.

Die Täter seien über ein Loch im Dach in das Gebäude gelangt, berichtete die «Los Angeles Times» unter Berufung auf Ermittlerkreise. Anschließend hätten sie sich Zugang zu einem Tresor verschafft, sagte Elaine Morales von der Polizei in Los Angeles laut der Zeitung. Es soll sich um einen der größten Bargeld-Raubzüge in der Geschichte der US-Metropole handeln.

«Ein wirklich gut durchdachter Job»

Der Diebstahl wurde erst am Montag entdeckt. Es war unklar, wie es den Verbrechern gelang, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Es gab Berichte über einen ausgelösten Alarm, aber das System war nicht mit der Polizeizentrale verbunden.

Videoaufnahmen aus einem Hubschrauber zeigten auch ein Loch in einer der Seitenwände, das provisorisch mit einer Spanholzplatte abgedeckt war. Möglicherweise haben die Diebe versucht, durch die Mauer in das Gebäude einzudringen. Das Gebäude gehört einer kanadischen Sicherheitsfirma.

Es wurde berichtet, dass nur wenige Menschen von den großen Bargeldsummen wussten, die in einem Depot rund 35 Kilometer nordwestlich von Los Angeles aufbewahrt wurden. Die Ermittler vermuteten daher, dass die Diebe, die als Profis gelten sollen, einen Komplizen im Gebäude hatten. Das FBI arbeitet gemeinsam mit der Polizei in Los Angeles an dem Fall.

«Der Diebstahl hat alle Merkmale eines wirklich gut durchdachten Jobs», sagte der Autor Scott Andrew Selby der «Los Angeles Times». Die Fahnder untersuchten nun rund um den Globus Verbrechen mit einer ähnlichen Vorgehensweise. Ob der Verbleib des Geldes weiterverfolgt werden könne, hänge davon ab, ob es Aufzeichnungen der Seriennummern der Scheine gebe.

Selby ist einer der Co-Autoren des Buchs «Lupenrein: Die wahre Geschichte des größten Diamantenraubs aller Zeiten», das sich mit dem spektakulären Coup vom Februar 2003 im Diamond Center in Antwerpen befasst. Die Einbrecher ließen sich damals an einem Wochenende in dem Gebäude einschließen und knacken 120 Schließfächer. Sie erbeuten Diamanten und Wertpapiere in Wert von 100 Millionen Euro. 

«Es ist so unglaublich, dass man es nie vermuten würde», sagte ein Mitarbeiter der Firma dem Sender KABC. «Ich versuche immer noch, es zu verarbeiten.» Viele Fragen seien offen.  

Gemäß der «Los Angeles Times» fand der bisher größte Bargeldraub in der südkalifornischen Metropole im Jahr 1997 statt, als fast 19 Millionen Dollar aus einem Geldspeicher gestohlen wurden. Die Täter wurden zu dieser Zeit gefasst.

dpa