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Starke Sonneneruption ohne große Folgen

Die Oberfläche der Sonne brodelt wieder stark. Es gibt einen riesigen Sonnensturm. Auf der Erde sind diesmal jedoch kaum Auswirkungen zu spüren.

Die Sonne sendet ständig Strahlung und geladene Teilchen in den Weltraum. Diesen Teilchenstrom bezeichnet man als Sonnenwind. Ist dieser Strom für kurze Zeit und in einem begrenzten Gebiet deutlich stärker als sonst, spricht man von einer Eruption.
Foto: Solar Orbiter/EUI Team/ESA & NASA/dpa

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine starke Sonneneruption festgestellt. Laut der Nasa wurde am Freitag eine der heftigsten Sonneneruptionen der vergangenen Jahre mit einem Flare der Stärke X3.3 beobachtet.

Für die Menschen besteht jedoch keine Gefahr: Aufgrund der Lage des Ausbruchs sollte der Sonnensturm die Erde nicht treffen, sagte Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen. Er habe von uns aus gesehen hinter dem südwestlichen Teil der Sonnenscheibe gelegen. Kurz: «Keine nennenswerte Gefahr für uns und keine Polarlichter.» Flares sind Lichtblitze, die am Ausbruchsort auf der Sonne entstehen. Sie sind die ersten sichtbaren Anzeichen eines Sonnensturms.

Dennoch gibt es winzige Spuren auf der Erde aufgrund des Sonnenausbruchs. Laut Bothmer entstehen dabei positiv geladene Teilchen (Protonen), die eine Geschwindigkeit von über 1000 Kilometern pro Sekunde haben. Sie bewegen sich entlang von Magnetfeldlinien zu uns, die so gekrümmt sind wie die Spirale eines drehenden Rasensprengers.

«Deshalb sind wir magnetisch mit dem Westen der Sonne verbunden». Ursache des Protonenzustroms sei die bei der Sonneneruption entstehende schnelle Schockwelle, die sich dann von der Sonne in den Weltraum ausbreite. Die Sonneneruption am Freitag habe ein mittelstarkes Strahlungsereignis R3 erzeugt. Was zu Funkausfällen führen könne.

Aktivität der Sonne nimmt zu

Laut Spaceweather.com führt eine Auswirkung der Protonen auch dazu, dass Kurzwellen-Radioübertragungen in den beiden Polarregionen der Erde ausfallen. Die Ursache dafür ist, dass das Magnetfeld der Erde viele der eintreffenden Protonen zu den Polen lenkt. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass Radiosignale unter 30 Megahertz gelöscht werden.

Seit Dezember 2019 erhöht sich die Aktivität der Sonne wieder. Etwa alle elf Jahre gibt es Phasen mit schwacher und starker Aktivität, die als Sonnenzyklus bezeichnet werden. Gegenwärtig nähert sich die Sonne ihrem Maximum. Wenn Flares und Sonneneruptionen die Erde erreichen, können sie laut Nasa den Funkverkehr, die Stromnetze und die Navigationssignale beeinträchtigen und eine Gefahr für Raumschiffe und Astronauten darstellen.

dpa