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Nach Schusswaffenattacke: Tschechien hält Staatstrauer

Tschechien steht nach der Bluttat an der Prager Karls-Universität kurz vor Weihnachten im Zeichen der Trauer. Die Menschen gedenken der Getöteten und Verletzten.

Trauernde legen Blumen und Kerzen für die Opfer der tragischen Schusswaffenattacke an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität nieder.
Foto: Denes Erdos/AP/dpa

Tschechien hat kurz vor Weihnachten mit einer eintägigen Staatstrauer den Toten und Verletzten des verheerenden Schusswaffenangriffs an der Prager Karls-Universität gedacht. Die Fahnen an öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Rathäusern wurden am Samstag auf halbmast gehisst und mit einem schwarzen Band versehen.

Der liberalkonservative Regierungschef Petr Fiala bat die Bevölkerung darum, um 12.00 Uhr mittags eine Schweigeminute einzulegen. Der Einzelhandel gab bekannt, dass er sich dieser Initiative anschließen werde. Die meisten Advents- und Kulturveranstaltungen wurden abgesagt. Die Fernsehsender haben ihr Programm geändert.

Ein Student hat am Donnerstag im Hauptgebäude der Philosophischen Fakultät in der Prager Innenstadt 14 Menschen umgebracht. Nach ersten Informationen der Polizei hat er sich dann selbst erschossen. Es wird behauptet, dass er über eine große Menge an Waffen verfügte. Vor dieser Tat soll der 24-Jährige bereits seinen Vater sowie vor einer Woche einen Spaziergänger und dessen Tochter getötet haben.

Im Prager Veitsdom und in zahlreichen anderen Kirchen sollten Gedenkgottesdienste abgehalten werden. Vor den Universitätsgebäuden in Prag brachten die Menschen weiterhin Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Inzwischen wurden die ersten Namen der Todesopfer bekannt gegeben, darunter der Name von Lenka Hlavkova, der Leiterin des Instituts für Musikwissenschaft an der Karls-Universität. Aus verschiedenen Teilen der Welt erreichten uns Bekundungen der Anteilnahme.

Nach dem Ableben des ehemaligen tschechoslowakischen und tschechischen Präsidenten Vaclav Havel wurde in der Vergangenheit unter anderem im Jahr 2011 eine Staatstrauer ausgerufen.

dpa