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Negative Folgen der Wasserkrise in US-Stadt Flint für Kinder

Vor rund zehn Jahren sorgte eine Wasserkrise in Flint weltweit für Schlagzeilen. Jetzt haben Wissenschaftler untersucht, wie sie sich auf die Schulkinder der US-Stadt auswirkte.

Flint hatte sich aus dem Versorgungsnetz abgekoppelt und sein Wasser aus dem Flint River bezogen (Symbolbild).
Foto: Lukas Schulze/dpa

Rund zehn Jahre nach der Verunreinigung des Trinkwassers in Flint zeigt eine Studie zahlreiche negative Auswirkungen der Krise auf Schulkinder der Stadt im US-Bundesstaat Michigan. Unter anderem seien die Leistungen in Mathematik vielfach zurückgegangen, und mehr Kinder bräuchten Unterstützung wegen mentaler, psychischer oder körperlicher Probleme, schreibt eine Gruppe um Sam Trejo von der Princeton University (US-Bundesstaat New Jersey) im Fachjournal «Science Advances».

«Unsere Ergebnisse zeigen die weiträumigen negativen Effekte der Krise auf Kinder und deuten darauf hin, dass existierende Schätzungen die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Krise möglicherweise deutlich unterschätzen.»

Wasser enthielt Blei und Eisen – Obama rief Notstand aus

Im Jahr 2014 trennte sich Flint, eine Stadt mit rund 80.000 Einwohnern, größtenteils aus Kostengründen vom Versorgungsnetz der nordwestlich gelegenen Metropole Detroit und bezog ihr Wasser anschließend aus dem Flint River. Dieses Wasser wurde jedoch nicht ordnungsgemäß gereinigt, wodurch es unter anderem Blei und Eisen enthielt.

Im Jahr 2016 erklärte der ehemalige US-Präsident Barack Obama den Notstand. Die Wasserversorgung läuft nun wieder über das Detroit-System und das Wasser wird wieder als sauber betrachtet – jedoch hat der Prozess viele Jahre gedauert.

Die Forscher analysierten nun Bildungsdaten aus Flint und ähnlichen Schulbezirken, um die Auswirkungen der Wasserkrise auf Schulkinder zu untersuchen. Dabei stellten sie fest, dass die Leistungen in Mathematik zurückgingen – besonders bei jüngeren Schülern und Kindern aus ärmeren Familien – und dass die Anzahl der Kinder, insbesondere Jungen, die Unterstützung aufgrund von mentalen, psychischen oder körperlichen Problemen benötigen, zunahm.

Auch allgemeine Umstände der Krise ursächlich

Es ist wahrscheinlich, dass nicht nur eine Bleivergiftung die Ursache ist, sondern auch die allgemeinen Umstände rund um die Krise in der Stadt und wie die Kinder dies erlebt haben, so die Wissenschaftler.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland strengere Regeln für Trinkwasser aus dem Hahn eingeführt. Dies beinhaltet unter anderem niedrigere Grenzwerte für bestimmte Schwermetalle, den Austausch alter Bleileitungen und Untersuchungen auf eine größere Anzahl von Schadstoffen.

dpa