Angeklagte schweigen zu Vorwürfen, Richter ermitteln Hergang der Schießerei mit zahlreichen Zeugenbefragungen
Schießerei in Duisburg: Prozess um Auseinandersetzung zweier rivalisierender Gruppen hat begonnen

Der Prozess um eine Schießerei auf dem Altmarkt im Duisburger Stadtteil Hamborn hat in Duisburg unter strengen Sicherheitsmaßnahmen begonnen. Vor dem Eingang des Landgerichts steht ein Mannschaftswagen, während Polizisten auf den Treppen, Fluren und im Saal präsent sind. Im Mai 2022 sollen sich etwa 100 Personen zweier rivalisierender Gruppen gegenübergestanden haben. Laut Staatsanwaltschaft gehören die Mitglieder einer Gruppe dem Motorrad-Club Hells Angels an, während die andere Gruppe aus Angehörigen einer türkisch-libanesischen Großfamilie besteht.
Als die beiden Angeklagten vom Sicherheitspersonal hintereinander in den Saal gebracht werden, schenken sie einander keinen Blick. Beide sind 39 Jahre alt und besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft. Man wirft ihnen unter anderem versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vor.
Ankläger: Aus beiden Gruppen fielen Schüsse
Gemäß den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft war das geplante und vereinbarte Treffen der beiden Gruppen auf dem Hamborner Altmarkt. Anfangs standen sich die verfeindeten Männer drohend gegenüber und riefen sich Beleidigungen zu. Jedoch eskalierte die Situation schon bald darauf.
In der Anklageschrift wird berichtet, dass die Angehörigen der Großfamilie sich vom Marktplatz entfernten und von den Hells Angels und ihren Sympathisanten verfolgt wurden. Es wird behauptet, dass plötzlich die mutmaßlichen Clan-Mitglieder die ersten Schüsse auf die Verfolger abgefeuert haben. Danach sollen auch die Verfolger ihre Waffen gezogen und ebenfalls geschossen haben.
Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die beiden Angeklagten mehrere Schüsse abgefeuert und dabei Personen verletzt haben. Ein Mann hat einen Schuss in den Arm erhalten, während weitere Opfer Schussverletzungen am Oberschenkel und am Gesäß erlitten haben.
Macheten, Schwerter, Messer und Schusswaffen
Im Mai 2023 wurden die beiden Angeklagten von der Polizei festgenommen. Seitdem befinden sie sich in verschiedenen Gefängnissen in Untersuchungshaft. Es wird berichtet, dass in den Wohnungen der Männer zahlreiche Waffen und andere verbotene Gegenstände gefunden wurden. Die Anklageschrift erwähnt mehrere Macheten, Schwerter, Messer und Schusswaffen. Es wird auch behauptet, dass ein Schlagring und ein Schlagstock griffbereit in den Wohnungen gelegen haben sollen.
Auf die Frage, ob sich die Angeklagten im Verlauf des Prozesses zu den Vorwürfen äußern möchten, blieben die Gesichter der Männer völlig ausdruckslos. Die Verteidiger schüttelten als Antwort auf die Frage mit dem Kopf. «Es wird keine Einlassung geben», sagten sie.
Um herauszufinden, was genau damals vorgefallen ist, müssen die Richter nun eine Vielzahl von Zeugen vernehmen. Der Prozess wird voraussichtlich bis mindestens Juli dauern.








