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Prinz Harry zieht Verleumdungsklage gegen Verlag zurück

Seit längerem führt Prinz Harry einen juristischen Feldzug gegen britische Boulevardmedien – teils auch mit Erfolg. Doch in einem Fall gibt der Royal nun auf.

Nach dem Rückzug der Klage ist Prinz Harry dennoch in vier weitere Fälle am Londoner High Court verwickelt.
Foto: Alberto Pezzali/AP

Prinz Harry hat eine Verleumdungsklage gegen den Verlag der Boulevardzeitung «Mail on Sunday» zurückgezogen. Der jüngere Sohn von König Charles III. hatte Associated Newspapers Limited (ANL) wegen eines Meinungsbeitrags über eine anhängige Klage des 39-Jährigen gegen das britische Innenministerium verklagt.

Harry fühlte sich in seinem Ruf beeinträchtigt. Im Text wurde ihm vorgeworfen, einen falschen Eindruck über seine Bereitschaft, für seinen Personenschutz bei der Polizei in Großbritannien zu zahlen, vermittelt zu haben.

Teure Anwaltskosten

Im Dezember 2023 wurde der Antrag von Harry auf ein beschleunigtes Verfahren von einem Richter abgelehnt, da der Verlag Aussicht auf Erfolg vor Gericht hatte. Infolgedessen musste der Royal die Anwaltskosten der Gegenseite in Höhe von 48.447 Pfund (56.430 Euro) übernehmen.

Nun hat Harry die gesamte Klage zurückgezogen, wie die «Mail» (Online) am Freitag berichtete. Die britische Nachrichtenagentur PA meldete, eine entsprechende Mitteilung sei beim Gericht eingegangen. Laut «Mail» kommen nun weitere Anwaltskosten in sechsstelliger Höhe auf ihn zu.

In einer Reaktion gingen Harrys Vertreter nicht direkt auf den Rückzug ein. «Wie es bei Gerichtsverfahren so ist, sind Jahre vergangen, seitdem die Beschwerde eingereicht wurde», zitierte PA aus einer Stellungnahme. Man warte weiter auf ein Ergebnis wegen der eigentlichen Klage gegen das britische Innenministerium.

«Sein Fokus bleibt dort und auf der Sicherheit seiner Familie, und nicht auf diesen Gerichtsverfahren, die den falschen Behauptungen der «Mail» von vor all den Jahren weiterhin eine Plattform bieten», hieß es.

Weiteres Verfahren zum Schutz der Familie

Harry möchte im Verfahren gegen das Innenministerium erreichen, dass er und seine Familie trotz ihres Ausstiegs aus dem engeren Kreis der britischen Royals weiterhin Polizeischutz erhalten. Harry argumentiert, dass er andernfalls mit seiner Familie nicht mehr problemlos nach Großbritannien kommen könne.

Zuvor wurde von einem Komitee beschlossen, dass der Personenschutz für den Herzog von Sussex, auch bekannt als Harry in Großbritannien, und seine Familie herabgestuft wird. Ein Urteil in diesem Fall steht noch aus.

Nachdem die Klage zurückgezogen wurde, ist Harry immer noch in insgesamt vier Fällen am Londoner High Court involviert. Darunter befindet sich eine weitere Klage gegen ANL sowie Verfahren gegen die Verlage Mirror Group Newspapers (MGN, «Daily Mirror», «Sunday Mirror» und «Sunday People») und News Group Newspapers («The Sun»), die das Boulevardblatt «News Of The World» herausgegeben hatten, welches vor Jahren eingestellt wurde.

Es handelt sich jeweils um illegale Informationsbeschaffung. Harry und andere Prominente werfen den Medien vor, unter anderem ihre Mailboxen unerlaubt abgehört zu haben. Im MGN-Fall wurde Harry 140.600 Pfund Schadenersatz zugesprochen, es wird jedoch im Frühjahr eine weitere Anhörung geben.

dpa