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Rund jeder sechste Jugendliche von Cybermobbing betroffen

Bei Mobbing im Internet können Opfer nicht einfach nach Hause fliehen – und sie wissen in der Regel nicht, wie viele Leute zugucken. Umso größere Sorgen bereiten Ergebnisse einer neuen Umfrage.

Immer mehr Jugendliche werden Opfer von Cybermobbing.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Laut einer neuen Umfrage werden Jugendliche in Deutschland vermehrt Opfer von Cybermobbing. Gemäß einer Studie des Instituts Sinus im Auftrag der Krankenkasse Barmer, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt, waren im vergangenen Jahr etwa 16 Prozent der Heranwachsenden von Internet-Mobbing betroffen. Im Jahr 2021 waren es hingegen nur 14 Prozent.

Laut der Sinus-Jugendstudie hat mehr als die Hälfte der Jugendlichen im direkten Umfeld mitbekommen, dass jemand persönlich Ziel von Cybermobbing wurde. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 43 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden rund 2000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt. Nach eigenen Angaben haben 28 Prozent noch nie etwas von Cybermobbing mitbekommen, was vier Prozentpunkte weniger sind als vor zwei Jahren.

WhatsApp und Tiktok an erster Stelle

Laut der Umfrage haben kürzlich 52 Prozent der betroffenen Jugendlichen Cybermobbing über WhatsApp erlebt. Tiktok und Instagram folgen mit 34 beziehungsweise 33 Prozent. 74 Prozent der Betroffenen wurden beleidigt, gefolgt von der Verbreitung von Gerüchten (52 Prozent) und dem Ausschluss aus Gruppen (33 Prozent). 32 Prozent gaben an, dass peinliche Bilder und Videos gepostet wurden.

Barmer-Vorstandschef Christoph Straub sieht in Cybermobbing nach eigenen Worten eine starke Belastung der Betroffenen. «Je schneller die Opfer eine vertrauenswürdige Hilfe bei Eltern, Freunden, Schulen, Polizei oder Beratungsstellen bekommen, desto besser», sagte Straub. «Die Opfer dürfen nicht allein gelassen werden.»

Lügen und entlarvende Fotos

Cybermobbing bezeichnet das Mobbing, das im Internet stattfindet. Im Gegensatz zum Mobbing in der realen Welt können Jugendliche, die online gemobbt werden, ihre Zimmertür nicht einfach schließen oder versuchen, in einen geschützten Raum zu flüchten.

Auch die Anzahl der Menschen, die teilnehmen oder zumindest beobachten, ist im Internet möglicherweise größer: Es ist ungewiss, wie viele Personen ein entlarvendes Foto gesehen oder eine Lüge gehört haben.

dpa