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Russisches Hochwassergebiet: Lage verschlimmert sich weiter

Bei den schlimmsten Überschwemmungen in Russland seit Jahrzehnten ist keine Entspannung in Sicht. Besonders schwer betroffen sind die Gebiete Kurgan und Orenburg. Anderen droht die Katastrophe noch.

Das überschwemmte Gebiet am Rande von Orenburg.
Foto: AP/dpa

Die Situation im russischen Hochwassergebiet verschlechtert sich laut Behörden weiter. Insgesamt sind derzeit bis zu 15.600 Wohnhäuser und etwa 28.000 bewohnte Grundstücke überflutet, wie die Behörden mitteilten.

Die Lage gilt als besonders gefährlich für die Bewohner des Gebiets Kurgan, wo der Fluss Tobol im Südwesten Sibiriens innerhalb von 24 Stunden um anderthalb Meter auf etwa 6,50 Meter anstieg. Auch die Region Orenburg war betroffen, aufgrund von Rekordwasserständen im Fluss Ural, aus dem die schmelzenden Eis- und Schneemassen des gleichnamigen Gebirges abfließen.

Das außergewöhnlich starke Frühjahrshochwasser hat bereits eine beträchtliche Menge an Infrastruktur, einschließlich Straßen und Brücken, zerstört. Die Schäden werden von den Behörden allein im Gebiet Orenburg mit der gleichnamigen Gebietshauptstadt und der Großstadt Orsk derzeit auf über 40 Milliarden Rubel (400 Millionen Euro) geschätzt, dürften jedoch deutlich höher sein. Mehrere Brücken sind für den Verkehr gesperrt. Aufgrund der Seuchengefahr aufgrund eines Mangels an sauberem Wasser haben die Behörden auch mit Impfungen gegen Hepatitis A begonnen.

Behörden sollen zu spät gewarnt haben

Viele Russen beklagen, dass die Behörden zu spät gewarnt hätten vor der Gefahr und auch Hilfe nur unzureichend und schleppend komme. Betroffen sind laut Behörden 193 Ortschaften in 33 Regionen Russlands, darunter die Gebiete Samara und Omsk. Auch im Gebiet Nowosibirsk mit großen Flüssen stellten sich die Behörden auf Hochwasser ein.

Im Kurgan-Gebiet forderte Gouverneur Wadim Schumkow die Menschen erneut eindringlich auf, ihre Dokumente, Wertsachen und Kleidung zu packen und sich in Sicherheit zu bringen. „Die Situation ist sehr schwierig und entwickelt sich weiter negativ“, teilte Schumkow bei Telegram mit. Polizisten würden zusammen mit Sportfreunden aus Vereinen Patrouillen organisieren, um Plünderungen zu verhindern.

Am stärksten betroffen ist das Gebiet Orenburg

Gemäß den Behörden wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 3000 Wohnhäuser und über 4000 bewohnte Grundstücke überflutet. Am stärksten betroffen war weiterhin das Gebiet Orenburg, wo insgesamt noch 15.000 Wohnhäuser und 23.600 Grundstücke überschwemmt waren. In diesem Bereich wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Seit dem Beginn der Katastrophe Anfang April wurden insgesamt mehr als 18.000 Wohnhäuser und etwa 37.000 bewohnte Grundstücke von der Flut erfasst. Während der Evakuierungen im Gebiet Orenburg, wo der Wasserstand im Fluss Ural teilweise zurückgegangen ist, wurden mehr als 16.500 Menschen in Sicherheit gebracht.

Nach einem Winter mit viel Schnee ist das Frühjahrshochwasser in diesem Jahr im geografischen Grenzgebiet zwischen Europa und Asien so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Hunderttausende Menschen sind von den Schäden an den überfluteten Häusern betroffen. Auch die benachbarte Republik Kasachstan in Zentralasien ist betroffen.

dpa