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Saharastaub über Deutschland zieht ab

Der Saharastaub ließ die Feinstaubkonzentrationen drastisch steigen – bis weit über den Grenzwert. Das Wetterphänomen sollte im Laufe des Sonntags abziehen. Es folgt unbeständiges, stürmisches Wetter.

Die im Dunst liegenden Alpen spiegeln sich in einem Weiher. Der Saharastaub-Höhepunkt ist überschritten.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bräunlich-trübes Licht adé: Die dicke Schicht Saharastaub, die Deutschland am Samstag noch beherrschte, ist weitgehend abgezogen. «Der Höhepunkt war gestern», sagte Felix Dietzsch, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. «Der Saharastaub hat deutlich abgenommen und liegt zurzeit nur noch über dem Nordosten Deutschlands.»

Auch über Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sollte der Staub im Laufe des Sonntags verschwinden – «dann ist er endgültig weg», betonte Dietzsch. Danach sollte von Südwesten her unbeständiges und stürmisches Wetter mit Schauern und Gewittern folgen.

Am Samstag führte der Saharastaub dazu, dass der Tagesmittelgrenzwert für Feinstaub von Teilchen mit einem Durchmesser unter 10 Mikrometer (PM10) deutlich überschritten wurde: Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde an vielen Orten laut Dietzsch um etwa das Dreifache übertroffen. Solche Werte für nur kurze Zeit seien unbedenklich für gesunde Menschen, sagte der Meteorologe.

Kein seltenes Phänomen

Laut DWD ist Saharastaub in der Luft in Mitteleuropa kein ungewöhnliches Phänomen. Partikel aus der größten Trockenwüste der Welt in Nordafrika werden vom Wind aufgewirbelt und Tausende Kilometer nach Norden getragen – vor allem im Frühjahr und Herbst. Diese Staubpartikel gelangen ungefähr 5- bis 15-mal im Jahr nach Europa, aber selten in so hoher Konzentration wie an diesem Wochenende.

Laut Dietzsch war die Ursache für diese Intensität ein starkes Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, das zusammen mit einem kräftigen Wind den Staub von Süden nach Mitteleuropa transportierte – dadurch entstand am Wochenende auch der starke Alpenföhn. Einem Meteorologen zufolge hingen allein über der Schweiz am Samstag laut Modellrechnungen 180.000 Tonnen Saharastaub. Das entspricht etwa dem doppelten Betrag im Vergleich zu anderen Naturphänomenen.

Der sogenannte Blutregen – also wenn sich Saharastaub mit Regen vermischt – blieb dem DWD-Experten zufolge in Deutschland weitgehend aus. «Es hat aus der Staubwolke gar nicht oder kaum geregnet», sagte Dietzsch. Größere Regengebiete erreichten Deutschland demnach erst nach Abziehen des Staubs. Sie sollten von Südwesten her zunächst das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg überqueren – mit Schauern und teils kräftigen Gewittern.

Tief kommt aus Frankreich

Am Ostermontag wird ein weiteres Tief von Frankreich aus über Deutschland in Richtung Ostsee ziehen. «Dann kann es sehr kräftig regnen, später auch länger anhaltend», sagte Dietzsch. Südlich davon wird es sehr stürmisch mit Windböen der Stärke 7 bis 8, in den Mittelgebirgen sogar bis Stärke 9. Die Höchstwerte am Montag liegen laut DWD zwischen 13 Grad im Westen und bis 20 Grad an der Oder und im Chiemgau.

Am Dienstag lassen die Niederschläge voraussichtlich nach, es bleibe jedoch stürmisch. Mit Höchsttemperaturen zwischen 10 und 16 Grad wird es etwas kühler. «Am Mittwoch zieht von Westen das nächste Regengebiet heran, so Dietzsch. Die «rege Tiefdruckaktivität» halte bis Ende der Woche an.

dpa