Stetiger Abwärtstrend bei Vogelbeständen – Haussperling bleibt am häufigsten gemeldet.
Alarmierender Rückgang bei Wintervögeln – Nabu-Zählung 2021

Bei der diesjährigen jährlichen Zählung des Naturschutzbundes (Nabu) wurden so wenig Wintervögel wie noch nie festgestellt. Laut Nabu wurden durchschnittlich 32 Vögel pro Garten oder Park gesichtet, was seit Beginn der Zählung noch nie so wenige waren – im Jahr 2011 waren es im Schnitt 45,8 Vögel.
Die Zählaktion basiert auf Freiwilligen, die eine Stunde lang Vögel in Gärten und Parks beobachten und die Anzahl dem Nabu melden. An der Aktion vom 9. bis 11. Januar haben sich dieses Mal 145.000 Menschen beteiligt.
«Über die vielen Jahre „Stunde der Wintervögel“ lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten», sagt Naturschutz-Experte Julian Heiermann. «Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist.»
Die Statistik hat Tücken
Die Ergebnisse der Zählung sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da verschiedene Faktoren das Ergebnis beeinflussen können. Der Nabu erklärt selbst, dass aufgrund der Kältewelle viele Teiche zugefroren waren und die Wasservögel eher an eisfreie Seen und Flüsse vertrieben wurden. Ebenso bedeutet es nicht unbedingt einen Rückgang, wenn der Eichelhäher weniger gesichtet wurde, da er möglicherweise genügend Wintervorräte in den Wäldern angelegt hat.
Der Statistik-Experte Walter Krämer von der TU Dortmund hält fest: «Eine Stunde Vogelzählen in der Wintersonne ist gesund und fördert das Naturverständnis, aber bitte ziehen Sie keine vorschnellen Schlüsse auf alle Wintervögel insgesamt.»
In der Nabu-Zählung wurde der Haussperling – trotz eines Rückgangs von 15 Prozent – im Vergleich zum Vorjahr bundesweit am häufigsten gemeldet. Hinter ihm folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling auf den Top-Platzierungen der am meisten gemeldeten Wintervögel.








