Japanische Forscher haben mit der Sonde „Hayabusa 2“ einen bedeutenden Test zur Asteroidenabwehr erfolgreich durchgeführt. Der enge Vorbeiflug am Asteroiden Torifune liefert wichtige Daten zur präzisen Steuerung und potenziellen Ablenkung gefährlicher Himmelskörper.
Sonde fliegt nahe an Asteroiden vorbei: Japan erzielt Fortschritt in der Abwehrforschung

In einem wichtigen Test zur Asteroidenabwehr ist die japanische Raumsonde Hayabusa 2 am Sonntagabend (Ortszeit) in einer präzisen Annäherung an den erdnahen Asteroiden Torifune vorbeigeflogen. Laut Angaben der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA passierte die Sonde den Asteroiden in einer Entfernung von nur 800 Metern.
Die Hayabusa 2, deren Größe etwa der eines Kühlschranks entspricht, erreichte bei diesem Test eine Geschwindigkeit von über 18.000 Stundenkilometern. Mit diesem Vorbeiflug wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob sie die Flugbahn der Sonde exakt steuern können, um in der Zukunft möglicherweise einen Asteroiden von seinem Kurs ablenken zu können. Die Mission wurde als erfolgreich eingestuft.
Technologische Fortschritte in der Asteroidenabwehr
Die Möglichkeit, Asteroiden gezielt abzulenken, ist von zunehmendem Interesse, da solche Himmelskörper eine potenzielle Bedrohung für die Erde darstellen. Japan entwickelt zusammen mit den USA und Europa Technologien, um auf diese Gefahr reagieren zu können. Sollte sich die erfolgreiche Annäherung der Hayabusa 2 an Torifune bestätigen, würde dies einen der dichtesten Vorbeiflüge an einem erdnahen Asteroiden markieren.
Wichtige Daten für zukünftige Missionen
Zusätzlich zu der präzisen Steuerung sammelte die Sonde bei ihrem Vorbeiflug auch wertvolle Daten über die Oberfläche des Asteroiden, einschließlich geologischer Merkmale, Beschaffenheit und Temperatur. Patrick Michel von der Europäischen Weltraumorganisation ESA betonte vor dem Flug die Bedeutung dieser Informationen: „Es ist entscheidend zu wissen, wie sich ein Asteroid verhält, sei es wie ein Schwamm oder wie eine harte Substanz, falls wir ihn einmal ablenken müssen.“
Ausblick auf zukünftige Missionen
Die Hayabusa 2 war 2014 zu ihrer ersten Mission zum etwa 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden Ryugu gestartet und kehrte 2020 zur Erde zurück, um eine Kapsel mit Materialproben abzuliefern. Nach dem erfolgreichen Vorbeiflug an Torifune plant Japan, die Sonde im Jahr 2031 erneut zu einem Asteroiden zu entsenden, um weitere Daten zu sammeln und die Technologien zur Abwehr von Himmelskörpern weiterzuentwickeln.
Quellen: n-tv








