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Studie: Freilaufende Katzen gefährden die Artenvielfalt

Maus oder Fledermaus, Spatz oder Zaunkönig: Auch in Deutschland bekommen Katzenbesitzer gerne mal Beute ihrer Lieblinge vor die Füße gelegt. Damit bedrohen sie die Artenvielfalt, mahnen Forschende.

Ein schwarzer Kater sitzt während seiner Jagd nach Vögeln auf einem Nistkasten an einem Baum.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Freilaufende Katzen haben einer Studie zufolge ein sehr breites Beutespektrum und gefährden vielerorts die Artenvielfalt. Die Analyse etwa von Kotproben zeige, dass Hauskatzen wahllose Räuber sind, die im Wesentlichen jede Art von Tier fressen, das sie in irgendeinem Lebensstadium erbeuten können, erläutert das Forschungsteam im Fachjournal «Nature Communications». Freilaufende Katzen zählten damit zu den problematischsten invasiven Arten der Welt.

Die Gruppe um Christopher Lepczyk von der Auburn University (USA) hatte über 500 Studien in eine Meta-Analyse einbezogen. Insgesamt wurden mehr als 2000 Arten von Beutetieren weltweit erfasst. Es gibt jedoch nur wenige Analysen aus Afrika sowie Teilen Eurasiens und Südamerikas. Darüber hinaus sind wirbellose Tiere unterrepräsentiert, da sie in Kotproben nur begrenzt nachgewiesen werden können. Die tatsächliche Anzahl der Arten liegt daher wahrscheinlich noch deutlich höher.

Laut den Forschern ist der hohe Anteil gefährdeter Arten besorgniserregend. Katzen werden bereits mit dem Aussterben vieler Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten in Verbindung gebracht. 347 (17 Prozent) der in der aktuellen Studie erfassten Arten sind in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN aufgeführt.

Weltweit verbreitet

Mit Ausnahme der Antarktis leben Katzen auf allen Kontinenten und wurden auf hunderten Inseln eingeführt, was sie zu einer der am weitesten verbreiteten Tierarten der Erde macht. Katzen bedrohen die Artenvielfalt nicht nur durch ihren Ernährungsstil, sondern übertragen auch Krankheiten auf Wildtiere und beeinflussen und verdrängen unzählige Arten, wie das Team um Lepczyk erklärt. Es ist dringend erforderlich, mehr Maßnahmen und Initiativen zur Reduzierung der Auswirkungen freilebender Katzen zu ergreifen.

Laut Schätzungen leben derzeit in Deutschland mehr als 15 Millionen Hauskatzen, die nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) jährlich Dutzende Millionen Vögel töten. Es wird geschätzt, dass es weltweit hunderte Millionen Hauskatzen gibt.

dpa