Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind körperlich aktiver als Kinder ohne Hund. Eine australische Studie zeigt, dass der Besitz eines Hundes zu einer Zunahme der körperlichen Aktivität bei Kindern führen kann.
Kinder mit Hunden sind körperlich aktiver: Neue Studie liefert Beweise

Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind körperlich aktiver als Kinder ohne Hund. Ein australisches Forschungsteam hat diesen Zusammenhang nun genauer untersucht und seine Ergebnisse im «International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity» veröffentlicht.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass Kinder im Alter von ein bis vier Jahren täglich drei Stunden körperlich aktiv sein sollten, um ihre körperliche und mentale Gesundheit zu fördern. Für Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren wird empfohlen, sich jeden Tag zumindest eine Stunde mäßig bis intensiv zu bewegen, zum Beispiel durch spielerische Aktivitäten oder Sport.
Jedoch schaffen es viele Kinder nicht, sich täglich ausreichend körperlich zu betätigen. Kann ein Hund im Haus dabei helfen? Mehrere Studien belegen, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, aktiver sind als solche ohne Hund. Kinder und Jugendliche, die häufig mit ihrem Hund spazieren gehen und mit ihm spielen, können so eher der empfohlenen Menge und Dauer körperlicher Betätigung nachkommen als andere.
Aktivität von 600 Kindern untersucht
Wird das Verhalten von Kindern erst mit dem Erwerb eines Hundes aktiver? Oder entscheiden sich Familien vermehrt für einen Hund, wenn sie bereits einen aktiven Lebensstil haben? Bisher wurde die Verbindung zwischen dem Besitz eines Hundes und dem Verhalten von Kindern kaum analysiert.
Das Forschungsteam der University of Western Australia unter der Leitung von Emma Adams untersuchte den Einfluss des Erwerbs, des Besitzes und des Verlusts eines Hundes auf die körperliche Betätigung von Kindern. Hierfür wurden Daten von Bewegungsmessern und Elternaussagen aus einer bestehenden Langzeitstudie (2015 bis 2021) zur Aktivität von 600 Kindern im Alter von zwei bis sieben Jahren verwendet. Im Verlauf dieses Zeitraums hatten 204 Kinder kontinuierlich einen Hund, 58 bekamen währenddessen einen Hund und bei 31 verstarb der Hund vorübergehend. 307 Kinder hatten keinen Hund.
Die Forscher entdeckten, dass Kinder, die kontinuierlich einen Hund hatten, öfter körperlich aktiv waren als Kinder ohne Hund. Mädchen mit Hund beteiligten sich im Durchschnitt an acht zusätzlichen körperlichen Aktivitäten pro Woche, wie zum Beispiel Spielen im Freien, Spazierengehen oder mit dem Hund spielen, im Vergleich zu Mädchen ohne Hund. Bei Jungen mit Hund waren es sieben zusätzliche Aktivitäten pro Woche.
Tod der Tiere führt zu weniger Bewegung
Wenn den Kindern während der Studie ein Hund gegeben wurde, stieg die Anzahl ihrer wöchentlichen körperlichen Aktivitäten um sieben. Insbesondere bei Mädchen konnte auch eine Zunahme leichter Aktivität beobachtet werden. Sie verbrachten täglich etwa 52 Minuten mehr Zeit mit leichter körperlicher Betätigung und Spielen, einschließlich langsamen Gehens und Basteln.
Im Gegensatz dazu waren Kinder, deren Hund während der Studie verstorben war, nachher weniger aktiv. Die Anzahl der körperlichen Aktivitäten pro Woche sank bei Jungen um acht und bei Mädchen um zehn. Die Autoren bemerkten auch hier, dass das Verhalten von Mädchen stärker betroffen war als das der Jungen. Nach dem Tod ihres Hundes verbrachten sie täglich ungefähr eine Stunde weniger Zeit mit leichter körperlicher Betätigung und Spielen als zuvor.
«Kinder, die ihren Hund verloren haben, sind möglicherweise deshalb weniger körperlich aktiv, weil sie noch stark um ihren Hund trauern», erklären die Forschenden in ihrer Studie. «Studien haben gezeigt, dass Menschen oft versuchen den Verlust eines Haustieres zu bewältigen, indem sie bestimmte Aktivitäten meiden.» Darunter seien jene, die an den Hund erinnern. Wenn das Spazierengehen mit dem Familienhund nach dessen Tod nicht durch andere Aktivitäten ersetzt werde, sei es durchaus möglich, dass Kinder sich weniger bewegen.
Risiko für chronische Erkrankungen könnte sinken
«Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass sich die Anschaffung und der Besitz eines Hundes positiv auf die körperliche Betätigung von Kindern auswirkt», schlussfolgern die Autoren. Die Studie liefere den ersten Beweis dafür, dass die Anschaffung eines Hundes zu einer Zunahme bestimmter Arten körperlicher Aktivität führen könne. Ein Hund in der Familie könnte den Autoren zufolge somit auch langfristig das Risiko für chronische Erkrankungen bei Kindern senken.
Es könnte stark von Rasse, Alter und Größe des Hundes abhängen, wie oft und wie lange Kinder körperlich aktiv sind. Daher sollten diese Merkmale in zukünftigen Studien berücksichtigt werden.








