Vögel zu beobachten ist ein beliebter Zeitvertreib – und kann Fachleuten wichtige Erkenntnisse liefern. Deshalb sind nun wieder Bürgerinnen und Bürger bei der «Stunde der Wintervögel» gefragt.
«Stunde der Wintervögel» ruft zum Vogelzählen auf

Der Vogel- und Naturschutz (LBV) in Hilpoltstein und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Berlin möchten erneut herausfinden, welche Vögel, wie die Blaumeise, der Hausspatz, das Rotkehlchen und der Buchfink, sich am häufigsten am Futterhäuschen zeigen.
Zum 14. Mal rufen die beiden Verbände von Freitag bis Sonntag (5. bis 7. Januar) zur «Stunde der Wintervögel» auf. Bei der nach ihren Angaben größten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands sollen Bürgerinnen und Bürger wieder eine Stunde lang Vögel beobachten.
Laut Nabu hatten sich im letzten Jahr knapp 100.000 Menschen beteiligt und dabei wurden am häufigsten Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise gesichtet. Aufgrund der milden Temperaturen waren jedoch insgesamt weniger Vögel an den Futterhäusern zu sehen als gewöhnlich.
Laut der Biologin Angelika Nelson vom LBV könnte die Situation in diesem Jahr trotz ähnlicher Witterungsbedingungen anders sein. Im letzten Jahr gab es besonders viele Eicheln, Bucheckern und Fichtensamen, wodurch Waldvögel ausreichend Nahrung in den Wäldern gefunden haben. Dies ist in diesem Jahr nicht so extrem der Fall.
Veränderungen in der Vogelwelt
Mit der «Stunde der Wintervögel» wollen die Naturschutzverbände wichtige Erkenntnisse über Veränderungen in der heimischen Vogelwelt in Städten und Dörfern bekommen. Ein wissenschaftlich fundierter Vergleich zwischen den Jahreswerten ist unter anderem wegen der immer etwas unterschiedlichen Datengrundlage zwar nicht möglich, ein Hinweis auf mögliche Entwicklungen kann aber ablesbar sein. «Es geht nicht um die absoluten Zahlen, sondern um Trends», erläuterte der Nabu-Experte Martin Rümmler. «Je länger man solche Datensätze erhebt, desto stabiler sind die Beobachtungen.» Dadurch könne man dann Tendenzen erkennen.
Nelson sagte, es sei spannend, welche Wintergäste aus Nord- und Osteuropa sich in diesem Jahr an den Futterstellen zeigten. Es sei auch interessant, Beobachtungen von Zugvögeln wie Zilpzalp und Hausrotschwanz zu machen, die mittlerweile zunehmend hierzulande überwintern. Der frühe Wintereinbruch könnte jedoch dazu geführt haben, dass mehr dieser Singvögel in den Süden gezogen sind.
Wer sich bei der «Stunde der Wintervögel» beteiligen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang die Vögel im Garten, am Balkon, vor dem Fenster oder im Park zählen. Dabei wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können bis zum 15. Januar übers Internet, per App, Telefon oder Post gemeldet werden.








