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Schwerstes Erdbeben in Taiwan seit 25 Jahren fordert weitere Todesopfer

Rettungskräfte finden zwei Verschüttete im Taroko-Nationalpark, während Hunderte eingeschlossen sind und Behörden Evakuierungen starten.

Ein teilweise eingestürztes Gebäude in Hualien. Taiwan liegt am Rand zweier tektonischer Platten und ist deshalb ein erdbebengefährdetes Gebiet.
Foto: Chiang Ying-ying/AP

Nach dem schwersten Erdbeben in Taiwan seit fast 25 Jahren haben Rettungskräfte zwei weitere Todesopfer gefunden. Die beiden wurden zwischen riesigen Felsen auf einem Pfad im Taroko-Nationalpark im stark betroffenen osttaiwanischen Kreis Hualien entdeckt, teilte die Feuerwehr am Mittag (Ortszeit) mit. Die Behörden haben bisher offiziell zehn Tote bestätigt.

Laut dem neuesten Bericht waren zusätzlich 1115 Personen verletzt und Hunderte an abgelegenen Orten von der Außenwelt isoliert. Viele von ihnen befanden sich in einem Hotel im Nationalpark, darunter 18 Deutsche und eine Person aus der Schweiz.

Die Regierungsstellen begannen damit, mit Hubschraubern Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente in das Gebiet zu fliegen und die ersten Menschen zu evakuieren. Mehr als ein Dutzend Personen wurden noch vermisst, darunter auch drei Staatsbürger aus Kanada und Australien.

Hunderte Nachbeben

Erdrutsche haben aufgrund des nach taiwanischen Angaben 7,2 starken Bebens Straßen unpassierbar gemacht. Besonders betroffen waren die Stadt und der gleichnamige Kreis Hualien. Das Epizentrum des Bebens lag nur wenige Kilometer von dort auf dem Meer. Seit Mittwoch gab es mehr als 480 Nachbeben, wie die taiwanische Wetterbehörde berichtete. Der Direktor des seismologischen Zentrums der Behörde, Wu Chien-fu, warnte davor, dass weitere starke Nachbeben nicht ausgeschlossen werden können.

Taiwan befindet sich an der Grenze zweier tektonischer Platten und ist daher anfällig für Erdbeben. Im Jahr 1999 kamen bei einem Beben der Stärke 7,3 über 2400 Menschen ums Leben. Taiwan hat daraufhin in Erdbebenprävention investiert, mehr Geld für Bildungsprogramme für Katastrophenfälle bereitgestellt und seine Beobachtungsstationen für seismische Aktivitäten erweitert.

dpa