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Tiere aus dem All beobachten: Neuer Start für Forschungsprojekt «Icarus»

Ein Satellit mit Mini-Empfängern liest Signale von Tieren aus 500 km Höhe und ermöglicht weltweite Echtzeit-Datenübertragung für Forschungszwecke.

Sechs Minisatelliten sollen ins All geflogen werden. (Archivbild)
Foto: NASA/dpa

Tiere aus dem All verfolgen – das soll bald wieder möglich sein: Nach dreijähriger Pause ist das Forschungsprojekt «Icarus» ins All gestartet. Eine SpaceX-Rakete brachte einen Satelliten mit einem Mini-Empfänger am Freitag in den Orbit, wie das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz mitteilte. Weitere sollen in den kommenden Jahren folgen.

Der Empfänger kann Signale von winzigen Sendern aus 500 Kilometern Höhe lesen, die beispielsweise auf Zugvögeln, Fledermäusen oder Meeresschildkröten angebracht sind. Die Daten geben Auskunft über den Aufenthaltsort und die Bewegungen der Tiere. Erstmals soll das System weltweit nahezu in Echtzeit funktionieren, so erklärte Initiator Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie.

Projekt wurde 2022 ausgebremst 

«Icarus» (International Cooperation for Animal Research Using Space) wurde im Jahr 2020 auf der Internationalen Raumstation ISS gestartet. Bis 2022 sammelte eine Antenne am russischen Modul Daten und übermittelte sie an Forscher. Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges wurde die Kooperation zwischen den deutschen und russischen Raumfahrtbehörden jedoch beendet – seitdem sind die Datenströme versiegt.

Die neuen Mini-Empfänger werden in Zusammenarbeit mit einer Forschungsmission der Universität der Bundeswehr München ins Weltall gebracht. Bis Mitte 2027 sollen es sechs Satelliten sein, um ein Netzwerk für eine umfassende und zuverlässige Datenerfassung aufzubauen.

«Icarus» 2.0 soll deutlich effizienter sein 

Die Geschwindigkeit, mit der auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden kann, erhöht sich deutlich, sagte Wikelski, der auch Professor an der Universität Konstanz ist. Mit den neuen Satelliten wird laut Max-Planck-Institut zudem ein Empfang aus bisher nicht abgedeckten Regionen wie Arktis und Antarktis möglich. Außerdem sind die neuen Empfänger leistungsfähiger als die auf der ISS. Nach einer dreimonatigen Testphase soll die Tierbeobachtung wieder starten.

dpa