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Tod am Filmset – Strafprozess gegen Waffenmeisterin beginnt

Der schockierende Tod einer Kamerafrau bei einem Western-Dreh hat ein gerichtliches Nachspiel. Einer jungen Waffenmeisterin wird nun der Prozess gemacht. Das droht auch Hollywood-Star Alec Baldwin.

Die von Alec Baldwin bei den Dreharbeiten zum Western «Rust» abgefeuerte Waffe.
Foto: Santa Fe County Sheriff's Office/ZUMA Press Wire Service/dpa

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod einer Kamerafrau durch einen Schuss am Set des Westerns «Rust» steht nun der erste Strafprozess an. Die 27-jährige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed muss sich ab Mittwoch (21. Februar) vor Gericht in Santa Fe (US-Staat New Mexico) verantworten. Ihr wird fahrlässige Tötung vorgeworfen, zudem soll sie Beweismittel manipuliert haben. Im Falle eines Schuldspruchs droht eine Haftstrafe. Gutierrez-Reed war bei dem Dreh für Waffen und Sicherheit zuständig.

Auch der Hauptdarsteller und Produzent Alec Baldwin (65), der die Waffe bei den Proben für eine Szene benutzte, wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Termin für seinen Prozess steht noch nicht fest. Beide haben die Schuld an dem Vorfall wiederholt von sich gewiesen.

Wie kam die scharfe Munition ans Set?

Im Oktober 2021 kam es am Set der Bonanza Creek Ranch in New Mexico zu einem tragischen Vorfall. Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde durch einen abgefeuerten Schuss getötet, Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter verletzt. Trotz ausführlicher Untersuchungen bleiben viele Fragen offen, insbesondere wie scharfe Munition am Set und in die Waffe gelangte. Gutierrez-Reed hatte den Revolver geladen, der dann Baldwin übergeben wurde.

Kurz nach dem Vorfall wurden bereits Vorwürfe und Spekulationen geäußert. Mitarbeiter der Filmcrew kritisierten die Nachlässigkeit und mangelnde Sicherheit am Set, da die unerfahrene Waffenmeisterin überfordert gewesen sei.

Im Juni vergangenen Jahres brachte die Staatsanwaltschaft weitere Vorwürfe gegen Gutierrez-Reed ins Spiel. Sie soll laut Zeugen-Aussagen nach der Arbeit Alkohol und Drogen konsumiert haben. Als sie bei den Dreharbeiten am Set mit Waffen hantierte, sei sie vermutlich verkatert gewesen, machte die Anklage weiter geltend. Auch soll sie Kokain an jemanden weitergereicht haben, um so ein mögliches Beweismittel in den Ermittlungen zu vertuschen. Der Anwalt von Gutierrez-Reed, Jason Bowles, sprach damals von Rufschädigung. Die Staatsanwaltschaft sei auf der Suche nach einem «Sündenbock».

Verteidigung: «Dies war ein tragischer Unfall»

Bowles scheiterte mit seinen Bemühungen, dass das Verfahren gegen seine Mandantin eingestellt werde. Wenige Tage vor Prozessbeginn teilte er nun der Deutschen Presse-Agentur mit: «Wir sind froh, dass der Prozess endlich beginnt. Dies war ein tragischer Unfall, ausgelöst durch eine Reihe von Ereignissen, aber Frau Gutierrez-Reed hat keinerlei Straftat begangen.»

Im Verfahren könnte die Verteidigung mehrere Zeugen aufrufen, einschließlich des Vaters der Angeklagten, Thell Reed, der in Hollywood als Stuntman und Waffenmeister bekannt ist. Das Gericht plant, das Verfahren bis zum 6. März abzuschließen. Zu Beginn soll eine Jury ausgewählt werden.

dpa