Prozess gegen 25-Jährigen wegen Vergewaltigung hat begonnen. Elfjähriger soll als Zeuge aussagen.
Tod eines zehnjährigen Mädchens in Kinderheim löst Entsetzen aus

Im Frühjahr 2023 ereignete sich der Tod eines zehnjährigen Mädchens in einem Kinderheim in Oberfranken, was weit über die Region hinaus Entsetzen auslöste. Vor dem Landgericht Hof hat nun der Prozess gegen einen 25-Jährigen wegen Vergewaltigung begonnen. Als Zeuge wird vor Gericht ein damals Elfjähriger aussagen, der das Mädchen getötet haben soll. Aufgrund seines Alters kann er jedoch strafrechtlich nicht verfolgt werden.
Am Morgen des 4. April 2023 wurde das zehnjährige Mädchen tot in einem Bett des Kinder- und Jugendheims in Wunsiedel entdeckt. Die Ermittlungen einer 40-köpfigen Sonderkommission der Polizei ergaben, dass der Angeklagte in der Nacht auf den 4. April durch ein offenstehendes Fenster in das Heim eingedrungen war. Dort beabsichtigte er, Wertgegenstände zu stehlen. Im Heim traf der Mann auf den Elfjährigen und masturbierte vor ihm. Später vergewaltigte er das zehn Jahre alte Mädchen, bevor er das Kinderheim verließ.
Laut den Ermittlungen soll es im Verlauf der Nacht zu einem Streit zwischen dem Elfjährigen und dem Mädchen gekommen sein, bei dem der Junge das Mädchen stranguliert haben soll. Der Junge, der mittlerweile zwölf Jahre alt ist, wurde als Zeuge in den Prozess geladen und wird auch von einem Anwalt als Nebenkläger vertreten. Ein Sprecher des Landgerichts teilte mit, dass er aufgrund des mutmaßlichen Sexualdelikts als Geschädigter gilt. Die Eltern des getöteten Mädchens haben sich ebenfalls als Nebenkläger dem Verfahren angeschlossen.
Verdächtiger zum großen Teil geständig
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Angeklagten außerdem fünf Einbrüche zwischen Mai 2022 und April 2023 begangen zu haben. Dabei soll der Deutsche unter anderem Baumaschinen im Wert von rund 16.000 Euro gestohlen haben. Zusätzlich habe er in einem Fall einen Brand gelegt, um seine Spuren zu verwischen. Der Angeklagte befindet sich seit Ende April 2023 in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen hat er den Angaben zufolge einen Großteil der ihm zur Last gelegten Taten gestanden.
Laut Gerichtsangaben sind für den Prozess vor einer Jugendkammer des Landgerichts insgesamt 39 Zeugen vorgeladen, darunter ein Rechtsmediziner und ein Sachverständiger der forensischen Psychiatrie. Der Prozess ist auf neun Verhandlungstage bis Anfang März angesetzt.








