Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Heftige Waldbrände in Chile: Zahl der Todesopfer steigt auf 51

45 Tote in Waldbrandgebieten gefunden, weitere 6 im Krankenhaus erlegen – Zahl der Toten und Verletzten wird voraussichtlich noch deutlich steigen.

Ein Feuerwehrmann blickt nach oben, als die Flammen eines Waldbrandes auf Gebäude übergreifen.
Foto: Cristobal Basaure/AP

In Chile haben heftige Waldbrände dazu geführt, dass die Anzahl der Todesopfer auf mindestens 51 gestiegen ist. Dies wurde von Innenministerin Carolina Tohá am späten Samstagabend (Ortszeit) während einer Pressekonferenz bestätigt. 45 Personen wurden in den Waldbrandgebieten tot aufgefunden, während 6 weitere im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlagen.

Die Zahl der Toten und Verletzten werde voraussichtlich noch deutlich steigen, sagte Tohá. «Wir haben viele vorläufige und noch nicht offiziell bestätigte Informationen, die darauf hindeuten, dass wir noch viel höhere Zahlen erreichen werden». Die Innenministerin sprach mit Blick auf die zu erwartenden Opferzahlen von der wahrscheinlich schlimmsten Notlage in dem südamerikanischen Land seit dem schweren Erdbeben im Jahr 2010. Damals waren mehr als 520 Menschen ums Leben gekommen.

Im ganzen Land wurden von der Forstbehörde 159 Brände auf einer Fläche von knapp 28.000 Hektar registriert. Laut Tohá seien tausende Häuser beschädigt oder zerstört worden, allein in der Region Valparaíso seien es mehr als 3000. Die Region westlich der Hauptstadt Santiago, in der etwa 1,8 Millionen Menschen leben, sei am stärksten von den Bränden betroffen. Es wurde berichtet, dass sich ein Brand nahe den Küstenstädten Valparaíso und Viña del Mar auf eine Fläche von etwa 9600 Hektar ausgeweitet habe.

Boric ruft Ausnahmezustand aus

Bereits am Freitag hatte Präsident Gabriel Boric wegen der Katastrophe den Ausnahmezustand in den betroffenen Gebieten erklärt, um alle nötigen Ressourcen mobilisieren zu können. Nun habe er das Verteidigungsministerium angewiesen, mehr Militäreinheiten einzusetzen. «Unsere Priorität ist es, Leben zu retten», sagte Boric gestern. Er kündigte an, noch heute selbst nach Valparaíso reisen zu wollen.

Es werde untersucht, ob die Brände möglicherweise absichtlich gelegt worden seien, sagte Boric weiter. Er kündigte Ermittlungen an, «obwohl es schwer vorstellbar ist, wer solch eine Tragödie und so viel Schmerz verursacht». Nach Angaben der Innenministerin lagen der Regierung im Fall des Brandes nahe Valparaíso «ernstzunehmende Informationen» vor, dass er vorsätzlich gelegt wurde. Weiter südlich in der Region Maule sei eine Person festgenommen worden, die bei Arbeiten mit einem Schweißgerät einen Brand verursacht habe.

Im Sommer auf der Südhalbkugel ereignen sich in Chile regelmäßig schwere Waldbrände. Im Vorjahr wurden im Zentrum und Süden Chiles mehr als 425.000 Hektar Land zerstört – das entspricht ungefähr der achtfachen Größe des Bodensees. Mindestens 26 Menschen verloren dabei ihr Leben.

dpa