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US-Justiz erlaubt Hinrichtung mit Stickstoff in Alabama

Kenneth Eugene Smith, verurteilt wegen Auftragsmordes, wird in der Nacht zum Freitag mit Stickstoffhypoxie hingerichtet – eine Methode, die in den USA zuvor noch nie angewendet wurde.

Blick in Alabamas Kammer für Hinrichtungen mit tödlicher Injektion in der Holman Correctional Facility (Justizvollzugsanstalt). Nun soll in Alabama eine Hinrichtung mittels sogenannter Stickstoffhypoxie stattfinden (Archivbild).
Foto: Dave Martin/AP/dpa

Die US-Justiz hat die geplante Hinrichtung eines Verbrechers im Bundesstaat Alabama mit Stickstoff genehmigt. Kenneth Eugene Smith, der 1988 wegen eines Auftragsmordes zum Tode verurteilt wurde, scheiterte sowohl vor dem Obersten US-Gericht als auch vor einem Berufungsgericht mit dem Antrag, die Hinrichtung zu stoppen. Der 58-Jährige soll in der Nacht zum Freitag deutscher Zeit durch Stickstoffhypoxie sterben. Dabei wird Stickstoff über eine Gesichtsmaske zugeführt, was zum Tod durch Sauerstoffmangel führt. Bisher wurde in den USA noch kein Todesurteil auf diese Weise vollstreckt.

Smiths Anwälte hatten argumentiert, dass der Verurteilte zu einer Art Testkandidat für eine neue Hinrichtungsmethode würde und noch viel zu viele Fragen offen seien. Das Berufungsgericht wies die Vorbehalte am Abend jedoch zurück. Smith könne nicht belegen, dass die Anwendung von Stickstoffhypoxie als neue und neuartige Methode eine «grausame und ungewöhnliche» Bestrafung darstelle, hieß es im Urteil. Kurz zuvor hatte auch der Supreme Court einen ähnlichen Antrag abgelehnt, allerdings keine Begründung dafür genannt.

Menschenrechtsexperten warnen vor möglicherweise grausamen Tod

In den letzten Tagen hatten Demonstranten die Gouverneurin von Alabama, Kay Ivey, gebeten, die Hinrichtung zu stoppen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie mit ihrem Anliegen Erfolg haben werden. Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen und von Amnesty International warnen vor einem möglicherweise grausamen Tod. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Inhalation von reinem Stickstoff keine schwerwiegenden Leiden verursacht.

Smith sollte eigentlich im Jahr 2022 mit einer Injektion hingerichtet werden. Das Gefängnispersonal konnte jedoch damals nicht die erforderliche Kanüle in seinen Arm legen. Nach mehreren Stunden, in denen er auf dem Exekutionstisch festgeschnallt lag, wurde er wieder in seine Zelle gebracht.

Smith wurde im Jahr 1996 für einen Auftragsmord, der acht Jahre zuvor begangen wurde, zum Tode verurteilt. Die Geschworenen hatten ursprünglich eine lebenslange Haftstrafe für ihn empfohlen, aber der Richter, der zuständig war, ignorierte diese Empfehlung. Das Gesetz, das ihm dies erlaubte, existiert seit 2017 nicht mehr.

dpa