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Vater des Todesschützen von Michigan verurteilt

Ein Teenager eröffnet an einer Schule in Michigan das Feuer und tötet vier Schüler. Die Tatwaffe: ein Geschenk der Eltern. Diese sind nun beide zur Verantwortung gezogen worden.

Auch der Vater eines Teenagers, der 2021 vier Schüler an einer Schule im US-Bundesstaat Michigan erschoss, ist wegen fahrlässiger Tötung für schuldig befunden worden.
Foto: Paul Sancya/AP/dpa

Der Vater eines Teenagers, der 2021 vier Schüler an einer Schule in Michigan erschossen hat, wurde nun auch wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, nachdem zuvor bereits die Mutter schuldig gesprochen wurde. Das Urteil wurde von einer Geschworenenjury in Pontiac, Michigan, verkündet.

Einige Wochen zuvor wurde die Mutter des Jugendlichen ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung in vier Fällen verurteilt. Es war das erste Mal, dass in den USA ein Elternteil eines Todesschützen aufgrund persönlicher Verantwortung für solch ein Verbrechen verurteilt wurde. Die Tatwaffe war ein Geschenk der Eltern an ihren damals 15 Jahre alten Sohn, mit der er kurz darauf die Morde beging. Beiden Elternteilen drohen nun jeweils 15 Jahre Haft – das Strafmaß soll erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Nach der Tat wurden die Eltern des Jugendlichen schwer kritisiert, weil sie die Waffe gekauft und ihrem minderjährigen Sohn den Zugang dazu ermöglicht hatten. Zudem sollen sie Warnungen aus dem schulischen Umfeld des Jungen ignoriert haben. Die Verteidigung des Vaters betonte im Verlauf des Prozesses, dass er nicht habe ahnen können, was sein Sohn geplant hatte.

Die Eltern wurden in getrennten Verfahren vor Gericht gestellt. Der Sohn bekannte sich in allen 24 Anklagepunkten schuldig. Im letzten Jahr wurde er zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt. In den Verfahren gegen seine Eltern schwieg er.

Der Vorfall lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf die Frage nach der Verantwortung der Eltern für die Handlungen ihrer Kinder. Obwohl Eltern in der Vergangenheit gelegentlich für fahrlässiges Verhalten haftbar gemacht wurden, wurden in diesem Fall erstmals Eltern eines minderjährigen Schützen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

dpa