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Influenza dominiert Krankenhauseinweisungen bei Kindern

Die Grippe ist aktuell häufigste Ursache für stationäre Aufnahmen bei Kindern mit Atemwegsinfektionen. Die Zahl steigt nach den Weihnachtsferien wieder.

Eine Grippe beginnt meistens plötzlich mit Fieber oder einem deutlichen Krankheitsgefühl. (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die meisten Kinder, die derzeit aufgrund einer akuten Atemwegsinfektion ins Krankenhaus kommen, haben Grippe. «Im Moment liegen die Influenza-Fälle über denen mit Sars-Cov-2 und RSV», sagt Nicole Töpfner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), der Deutschen Presse-Agentur.

Keine Hinweise auf mehr schwere Verläufe

Über die Weihnachtsferien sei die Zahl der stationären Aufnahmen leicht zurückgegangen. Seit dem Ende der Ferien steige sie wieder. Nach Einschätzung der Ärztin ist das aktuelle Geschehen aber nicht unüblich. Die Zahl der Grippefälle liege im erwartbaren Bereich. «Es gibt keine Hinweise auf mehr schwere Verläufe als in den Vorjahren», so Töpfner, die Oberärztin an der Pädiatrische Infektiologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden ist.

Die Angaben der DGPI stützen sich auf Informationen von etwa 50 Kinderkliniken in ganz Deutschland, die jede Woche die Anzahl der akuten Atemwegsinfektionen melden.

Grippewelle nimmt an Fahrt auf

Zurzeit sind alle Altersgruppen von Influenzaerkrankungen betroffen, wie das Robert Koch-Institut in seinem aktuellen Wochenbericht zu akuten Atemwegsinfektionen feststellt. Die Viruslast des Influenza-Typs A im Abwasser ist in den letzten Wochen deutlich angestiegen, während die Viruslast des Influenza B-Virus auf einem niedrigen Niveau lag.

Es wird deutlich, dass immer mehr Menschen an der saisonalen Grippe erkranken, wenn man sich die Meldedaten ansieht: In der Woche vom 5. bis 11. Januar wurden dem RKI bislang knapp 20.500 labordiagnostisch bestätigte Grippefälle gemeldet. In der Woche davor waren es rund 14.930. Die Zahlen könnten sich aufgrund später eingehender Meldungen noch ändern. Da nur noch selten getestet wird, ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Schwere Verläufe in allen Altersgruppen

Schwerwiegende Verläufe von Influenza traten letzte Woche in allen Altersgruppen auf, wie aus den Krankenhausdaten hervorgeht. Bei mehr als der Hälfte der Patienten im Alter von 2 bis 34 Jahren, die aufgrund einer schweren akuten respiratorischen Infektion (Sari) ins Krankenhaus eingeliefert wurden, wurde laut RKI eine Influenza diagnostiziert.

Eine Grippe beginnt normalerweise abrupt mit Fieber oder einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Es können auch Muskel- und Kopfschmerzen auftreten, gefolgt von einem trockenen Husten. Es ist jedoch auch möglich, dass eine Grippe weniger typisch verläuft und ohne Fieber auftritt.

Zu wenige Kinder mit erhöhtem Risiko sind geimpft

Es wird empfohlen, dass Personen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben, sich gegen die saisonale Influenza impfen lassen. Dazu gehören Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, medizinisches Personal, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Personen mit Vorerkrankungen, einschließlich Kinder.

Laut der Kinderärztin Nicole Töpfner sind Kinder mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf viel zu selten geimpft. «Die Impfung wird nicht gut angenommen.»

 135.000 Influenza-Fälle in den Kliniken

Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) tragen Kinder erheblich zur Verbreitung der jährlichen Influenza-Epidemie bei. Daher fordern Experten eine Influenza-Impfung für alle ab dem sechsten Lebensmonat. Die Grippesaison würde dann deutlich anders verlaufen, so die Meinung der Experten.

In der Saison 2024/2025 wurden in den Kliniken laut Divi 135.000 Influenza-Fälle behandelt, davon 30.000 Kinder.

Laut dem Robert Koch-Institut haben ältere Menschen das höchste Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle. Die Anzahl der Todesfälle kann bei den verschiedenen Grippeepidemien stark variieren, von mehreren hundert in einer Saison bis zu über 25.000 in der Saison 2017/18. In dieser Saison wurden bisher 225 Todesfälle dem RKI gemeldet. 95 Prozent davon waren 60 Jahre oder älter.

Influenza ist kein «Schnüpfchen»

Influenza ist eine ernstzunehmende Krankheit und kein «Schnüpfchen», wie Ärztinnen und Ärzte der Divi immer wieder betonen. Gerade Kinder könnten schwer an dem Virus erkranken.

Wie sieht es auf den Intensivstationen aus, auch auf denen für Erwachsene? Nach Angaben eines Sprechers des Divi gibt es derzeit keine größeren Engpässe auf den Intensivstationen. Ein Drittel der Intensivstationen in Deutschland meldet derzeit einen eingeschränkten Betrieb. Dies führt dazu, dass geplante Operationen verschoben werden müssen, um akute Fälle behandeln zu können.

Die Sprecherin erklärte, dass sie anhand der Meldedaten nicht sagen könne, ob die hohe Auslastung im Zusammenhang mit Atemwegsinfektionen liege. Im Vergleich zum Vorjahr hätten jedoch deutlich mehr Intensivstationen zu dieser Zeit eingeschränkt arbeiten müssen. Der Wert sei also noch moderat.

dpa