Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Vogelgrippe erreicht erstmals das antarktische Festland

Wissenschaftler sorgen sich um die Tierwelt der Antarktis, denn der H5N1-Virus hat dort das Festland erreicht. Die Forscher warnen vor einer ökologischen Katastrophe.

Die Auswirkungen der Vogelgrippe bei Pinguinen können sehr unterschiedlich sein.
Foto: Benedikt von Imhoff/dpa

Die Vogelgrippe, die weltweit grassiert, hat erstmals das antarktische Festland erreicht. Das Zentrum für Molekularbiologie des spanischen Forschungsinstituts CSIC hat bestätigt, dass der hochpathogene H5N1-Virus in mindestens einer verendeten Raubmöwe nachgewiesen wurde.

Der Vogel sei nahe der argentinischen Basis Primavera auf der antarktischen Halbinsel entdeckt und dann von Wissenschaftlern auf der spanischen Forschungsstation Gabriel de Castilla untersucht worden. «Diese Entdeckung zeigt zum ersten Mal, dass das hochpathogene Vogelgrippevirus trotz der Entfernung und der natürlichen Barrieren die Antarktis erreicht hat», hieß es in einer Mitteilung des Instituts. Auf vorgelagerten Inseln war die Vogelgrippe schon zuvor nachgewiesen worden.

Sorge um Pinguinkolonien

Wissenschaftler sorgen sich nun um die Tierwelt der Antarktis, vor allem um die Pinguinkolonien. «Pinguine nisten sehr eng beieinander und wenn das Virus in die Kolonien gelangt, kann es sich sehr schnell verbreiten», schreiben britische Forscher in einer zuletzt veröffentlichten Vorab-Publikation einer wissenschaftlichen Studie zur Ausbreitung von H5N1 in der antarktischen Region. «Sollte das Virus zu einem Massensterben in den Pinguinkolonien führen, könnte das eine der größten ökologischen Katastrophen der modernen Zeit darstellen.»

Größte je dokumentierte Vogelgrippewelle

Zurzeit breitet sich die größte jemals dokumentierte Vogelgrippewelle aus, die sich über mehrere Kontinente erstreckt. Der Erreger betrifft hauptsächlich Vögel, wurde jedoch auch bei mehreren Säugetieren nachgewiesen. In Südamerika sind bereits Tausende von Robben und Seelöwen dem Virus zum Opfer gefallen. Vor etwa einem Monat wurden zwei Fälle unter Eselspinguinen auf den Falklandinseln im Südatlantik festgestellt.

«Die Auswirkungen bei Pinguinen können sehr unterschiedlich sein, neurologisch und respiratorisch», sagte Juliana Vianna vom chilenischen Forschungsinstitut Milenio Base im Radiosender Bío Bío. «Das Virus verursacht eine hohe Sterblichkeit, die aufgrund der genetischen Vielfalt von Art zu Art variiert. Einige können dem Virus widerstehen, andere sterben.»

dpa