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WHO: Covid-19 ist weiter Bedrohung

Es werde zu wenig geimpft, mahnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Und es seien mehr Maßnahmen nötig, um sich selbst und andere zu schützen.

Besonders Ältere und Jüngere mit anderen Krankheiten sollten regelmäßig eine Auffrisch-Impfung erhalten, empfiehlt die WHO.
Foto: Marijan Murat/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet den Umgang mit Covid-19 weltweit mit Sorge. «Obwohl wir nicht in einer Krise sind, bleibt Covid-19 weiterhin eine Bedrohung der globalen Gesundheit», sagte Corona-Expertin Maria Van Kerkhove in Genf.

Es wird zu wenig geimpft und die Menschen ergreifen zu wenig Schutzmaßnahmen. Dazu gehört laut ihren Angaben, dass an Orten, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, Masken getragen werden, Personen mit Krankheitsanzeichen zu Hause bleiben und Räume gut gelüftet werden. Es muss auch mehr getan werden, um die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion besser zu untersuchen und zu behandeln.

Gemäß Van Kerkhove haben nach Schätzungen sechs Prozent der Menschen, die Symptome einer Corona-Infektion haben, langfristige Komplikationen. Dazu zählen beispielsweise starke Ermüdung, neurologische Leiden und Herzerkrankungen. Als langfristige Komplikationen gelten Symptome, die länger als drei Monate anhalten. Die WHO ist besorgt über mögliche Auswirkungen, die auch noch nach fünf oder mehr Jahren sichtbar sein könnten.

All dies sind gute Gründe, um Infektionen bestmöglich zu vermeiden. Die Impfstoffe bieten Schutz vor schweren Verläufen. Insbesondere Personen über 75 Jahren und Personen mit anderen Krankheiten oder einem geschwächten Immunsystem sollten alle sechs bis zwölf Monate eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Die WHO äußert Kritik, dass in vielen Ländern kaum noch Tests durchgeführt werden. Es wird vermutet, dass die tatsächliche Anzahl der Fälle weit über den gemeldeten Fällen liegt. Untersuchungen von Abwasser deuten darauf hin, dass das Virus 2- bis 19-mal so stark zirkuliert, wie es die gemeldeten Zahlen vermuten lassen. Bis Ende 2023 wurden der WHO etwa sieben Millionen Todesfälle durch Covid-19 gemeldet. Die wahre Zahl dürfte mindestens dreimal so hoch sein, wie Van Kerkhove sagte.

dpa