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Zahl der Holzdiebstähle steigt in vielen Bundesländern

Holz wird als Rohstoff immer gefragter. Das lockt auch Diebe an. In vielen Bundesländern hat sich die Zahl der Holzdiebstähle verdoppelt.

Baumaterial, Ersatz für fossile Produkte und erneuerbare Energiequelle: Holz gewinnt als nachwachsender Rohstoff immer mehr an Bedeutung.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Holz ist als nachhaltiger Rohstoff immer wichtiger geworden und wird für das Heizen, Bauen und Lagern genutzt. Die gestiegene Nachfrage hat jedoch auch zu einer erhöhten Anzahl von Diebstählen geführt – wesentlich mehr als in den Vorjahren.

Laut den jeweiligen Landeskriminalämtern (LKA) ist die Anzahl der Holzdiebstähle in Baden-Württemberg, Hessen, Berlin, Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gestiegen. In vielen Bundesländern hat sich die Anzahl der Fälle von gestohlenen Baumstämmen, gefällten Bäumen oder gesägten Hölzern sogar verdoppelt.

Der größte Anstieg wurde in Rheinland-Pfalz verzeichnet: Hier hatte es bis Ende November nach Angaben des LKA 118 entsprechende Strafanzeigen gegeben – 2018 seien es insgesamt noch 18 Straftaten gewesen. Hintergrund des Fallzahlenanstiegs könnten die höheren Ausgaben für Energie sein, hieß es aus Rheinland-Pfalz. «Aus Angst vor einem Gasmangel im Winter und um Geld zu sparen, setzen mehr Menschen auf Heizen mit Holz.»

Laut dem Landeskriminalamt (LKA) in Baden-Württemberg liegt der Schaden bereits jetzt über dem Gesamtschaden des vergangenen Jahres, wie Ende November auf dpa-Nachfrage berichtet wurde. Im vergangenen Jahr betrug der Schaden bereits rund 345.000 Euro.

Holz gewinnt immer mehr an Relevanz

Der nachwachsende Rohstoff gewinnt laut Julia Möbus, Geschäftsführerin des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands, immer mehr an Bedeutung, als Baumaterial, Ersatz für fossile Produkte und erneuerbare Energiequelle. «Angesichts einer außergewöhnlichen Marktsituation im vergangenen Jahr haben sich in Deutschland offenbar Absatzmöglichkeiten für gestohlenes Rundholz aufgetan, die zu vermehrten Holzdiebstählen im Wald führten.»

Auch in Berlin wurden deutlich mehr Fälle verzeichnet – am häufigsten wurde dort von Baustellen gestohlen, wie angegeben. Eine Ausnahme bildet Sachsen: Dort ist die Anzahl der Diebstähle zurückgegangen. Aus mehreren Bundesländern liegen keine Informationen zu den Diebstählen vor.

Für viele Waldbesitzer bedeutet der Holzdiebstahl neben Ärger auch einen wirtschaftlichen Verlust. «Die Landesforstverwaltungen schreiben diese Verluste meist einfach ab», erklärte Maurice Strunk, Geschäftsführer des Netzwerks der Forstunternehmen und Forsttechnik. «Der Privatwald besteht ja meist aus Waldbesitzern mit nur wenigen Hektar Wald. Wenn dort deren Holz als Ergebnis einer jahrzehntelangen Waldpflege einfach gestohlen wird, dann verlieren sie im Zweifel alle ihre Erlöse aus dem Wald für 20 Jahre und mehr.»

Gegen Holzdiebstahl schützen

Der Verband drängt auf eine verstärkte Nutzung von Digitalisierung, um Diebstahl zu verhindern. Laut Strunk könnten moderne Forstmaschinen dem Waldbesitzer die Anzahl der produzierten Holzstämme nahezu in Echtzeit zur Verfügung stellen. Dadurch hätten Diebe kaum eine Chance.

Aber auch andere Technik helfe. «Um Diebstähle zu verhindern, setzen Forstämter oder aber Privatleute immer wieder im Holz versteckte GPS-Sender ein», hieß es vom LKA in Hessen. Für Privathaushalte empfahl das LKA Berlin einen abschließbaren Holzverschlag.

dpa