Das FBI wird von zwölf mutmaßlichen Opfern des Missbrauchsskandals um Jeffrey Epstein verklagt. Sie werfen der Bundespolizei vor, durch wiederholte Versäumnisse und Untätigkeit Epsteins jahrelangen Missbrauch ermöglicht zu haben.
Zwölf mutmaßliche Opfer von Jeffrey Epstein verklagen FBI wegen Nachlässigkeit bei den Ermittlungen

Laut Berichten der Sender CBS News und CNN haben zwölf vermeintliche Opfer im Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein das FBI verklagt. Die Frauen behaupten, dass die US-Bundespolizei Nachlässigkeit bei den Ermittlungen gezeigt habe.
Die «wiederholten und andauernden Versäumnisse, Verzögerungen und die Untätigkeit» des FBI hätten es Epstein ermöglicht, sein Missbrauchsnetzwerk mehr als 20 Jahre lang fortzusetzen, heißt es demnach in der in New York eingereichten Klage. So habe es bereits 1996 erste Hinweise auf Missbrauchsfälle gegeben, diese seien aber vom FBI jahrelang ignoriert worden. Erst 2006 habe die Behörde ein Verfahren eröffnet.
Epsteins Festnahme und Tod
Epstein wurde im Juli 2019 verhaftet. Der Unternehmer wird beschuldigt, zahlreiche minderjährige Mädchen sexuell missbraucht zu haben und sie anderen Männern zur Verfügung gestellt zu haben. Etwa einen Monat nach der Verhaftung wurde er im Alter von 66 Jahren tot in seiner Zelle gefunden. Laut offiziellen Angaben hat er sich das Leben genommen.
Über viele Jahrzehnte hinweg soll es zu zahlreichen Fällen des Missbrauchs von Minderjährigen auf Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und den Virgin Islands gekommen sein. Eine vorherige Anklage gegen Epstein endete in einem äußerst vorteilhaften Deal für den Unternehmer, der ihn zu einem Symbol der gesellschaftlichen Elite machte, die ungestraft mit Verbrechen davonkommt.
Forderungen der Klägerinnen und Reaktion des FBI
«Das FBI hat den überlebenden Opfern den Rücken zugekehrt, und mit dieser Klage soll das FBI dafür zur Verantwortung gezogen werden, dass es untätig blieb, obwohl es unbedingt hätte handeln sollen», zitierte CBS News die Rechtsanwältin Jennifer Plotkin, deren Kanzlei die Klage eingereicht hat. Darin fordern die Klägerinnen unter Pseudonym auch eine Entschädigung in noch unbestimmter Höhe. Das FBI äußere sich nicht zu Rechtsstreitigkeiten, teilte die Bundespolizei laut Medien zu den Vorwürfen mit.
Der Epstein-Fall erregte weltweit Aufmerksamkeit, da der Unternehmer bis in die höchsten Kreise vernetzt war. Seine Verbindungen zu Prominenten und sein Tod führten zu einer Vielzahl von Gerüchten und Verschwörungstheorien.








