Nicht alle Thesen von Experten zu Corona-Pandemie stimmen. Hier ist der Faktencheck.
Die 10 größten Corona-Irrtümer

Er ist der Gesundheitsexperte Deutschlands. Doch nicht alle Thesen von Karl Lauterbach (58) stimmen. Hier ist der Faktencheck.
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Die Aussagen des Rheinländers sind oft alarmierend, manchen gehen sie auf den Geist. Doch manchmal liegen auch Spezialisten daneben. Wir haben seine wichtigsten Irrtümer entlarvt.
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Bei der Talkunde von Markus Lanz erklärt Lauterbach am (9. April 2020): Staubsaugerbeutel seien das beste Material, um selbst Atemschutzmasken herzustellen.
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Fakt: Hersteller wie Swirl warnen vor Gesundheitsschäden: Man verwende unter anderem Zink-Pyrithion und Aktivkohle. Auch die Drogerie-Kette dm riet dringlich darum, Masken NICHT aus Beuteln zu basteln. Gesundheitsschädliche Stoffe könnten beim Aufschneiden des Materials freigesetzt werden und die Atemwege schädigen.
Lauterbach: „Nicht alle Staubsaugerbeutel enthalten diese schädlichen Stoffe. Außerdem war das lediglich ein Vorschlag, was man in der Not machen könnte.“
Lauterbach zu Gast bei Maybrit Illner am 6. Mai: „Sieben Prozent der Kinder, das ist unstrittig, die sich infizieren, entwickeln Long-Covid-Symptome.“
„Sie müssen schon mit einer sehr, sehr großen Lupe suchen, um Fälle von Long Covid bei Kindern zu entdecken“, entgegnet der Berliner Kinderarzt Dr. Jakob Maske (50), Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte.
Lauterbach räumt ein, dass es in Deutschland dazu keine Daten gäbe. Er beruft sich stattdessen auf eine britische Studie. „Ich wollte damit erreichen, dass durch Wechsel- und Distanzunterricht nicht so viele Kinder erkranken.“
In der Talkrunde bei Maybrit Illner am 16. April 2021 sagt Lauterbach: „Diejenigen, die jetzt auf Intensivstationen behandelt werden, sind im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt. Die Hälfte von denen stirbt. Viele Kinder verlieren ihre Eltern. Das ist eine Tragödie.“
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Auf eine Anfrage der FDP-Politikern Judith Skudelny im April, teilte die Bundesregierung mit, dass bei der Übermittlung der Intensivbetten-Kapazitäten keine Daten zum Alter der Patienten erfasst worden sein. Grund: Man habe diese Daten bisher nicht „als erforderlich angesehen“, schreibt „Bild“.
Lauterbach gibt „glattweg eine Fehleinschätzung“ zu. „Meine Einschätzung kam durch persönliche Gespräche zustande, die ich mit den Leitungen von Intensivstationen geführt habe. Zum Glück ist es dann nicht so gekommen, wie ich nach diesen Gesprächen befürchtet hatte.“
Im April 2021 behauptete Lauterbach vom Asthmaspray Budesonid, dass es ein möglicher „Gamechanger“ in der Bekämpfung von Covid-19 sei und zitierte eine Studie.
Problem: An der Studie nahmen 146 Probanden teil, zu wenig um aussagekräftig zu sein.
Daraus lasse sich keine generelle Empfehlung für Patienten mit Covid-19 ableiten, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Die Europäische Arzneimittelagentur EMA empfiehlt den Einsatz ebenfalls nicht.
Lauterbach behauptet in der „BILD am SONNTAG“ (30. Mai): „Die indische Variante ist wahrscheinlich 20 Prozent ansteckender als die britische.“
Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer kontert: „Wie viel ansteckender die indische Variante ist, muss in Labor-Studien erst mal überprüft werden. Die aktuellen Daten aus Großbritannien zeigen, dass sie sich ähnlich wie die britische Variante verhält. Heißt: Vermutlich wird sie ähnlich ansteckend sein wie die britische Variante.“
„Die britische Variante hat sich in Deutschland deutlich schneller ausgebreitet. Dass die Verbreitung der indischen Variante jetzt seit Wochen konstant bleibt, gibt Hinweise darauf, dass sie doch nicht so ansteckend sein könnte wie ursprünglich vermutet“, sagt Virologe Stürmer.
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Lauterbach ist überzeugt, dass Kinder bei der Verbreitung des Virus eine große Rolle spielen würden: „Enthusiasmus über Impftempo kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor Juli kaum Eltern impfen werden. Massive Schulausbrüche werden Eltern dann sehr hart treffen.“ (12. April 2021)
Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte hingegen: „Eine grundsätzliche Beobachtung aus den Meldedaten ist, dass die Inzidenzen in den jüngeren Altersgruppen – bis etwa 15 Jahre – erst dann zu steigen begannen, als sie schon mehrere Wochen bei den jüngeren Erwachsenen erhöht waren.“ Daraus könne man schließen, dass Kinder keine Pandemie-Treiber sind.
In der „Bild“ warnte Lauterbach am 16. Mai vor einer Kombination aus indischer und britischer Variante. „Das ist ein biologischer Prozess, den man auch im Labor verfolgen kann.“
„Bei Rekombinationen ist die Voraussetzung, dass ein Mensch mit zwei Virusvarianten infiziert ist“, erläutert der Virologe Dr. Martin Stürmer. „Und dann müssen sich die Gene auch noch so elegant austauschen, dass dabei eine neue Supervariante entsteht. Das halte ich nicht für unmöglich, aber in der augenblicklichen Situation eher für unwahrscheinlich.“
Lauterbach: „Von Rekombinationen habe ich nie etwas gesagt. Und so war es auch nicht gemeint, das ist eine völlig abwegige Vorstellung. Mir ging es tatsächlich um das Auftreten von Mutationen, die sowohl die Eigenschaften ähnlich der britischen wie der indischen Variante haben. Und genau das ist jetzt in Vietnam aufgetreten.“
Am 17. Januar twitterte der SPD-Gesundheitsexperte: „Im März wird die Entscheidung zur Fußball-EM getroffen. Da wir dann in Europa noch mitten in der Covid-Pandemie sind, bezweifele ich, dass die Durchführung beschlossen wird. Wenn, dann als Geisterspiel-EM.“
Die Fußball-EM soll meist vor Publikum stattfinden. Die Auslastung der Stadien darf zwischen 20 und 100 Prozent betragen.
Lauterbach: „Das hätte auch anders ausgehen können. Niemand freut sich mehr darüber als ich, dass der Fußball jetzt stattfinden kann.“
Lauterbach drängt auf die Impfung von Kindern und Jugendlichen am 30. Mai: „Unser Impfziel von 80 Prozent schaffen wir nicht, ohne auch die Zwölf- bis 18-Jährigen zu impfen. (…) Sollte es zu einer vierten Welle kommen, und das ist keineswegs ausgeschlossen, würden die Schülerinnen und Schüler besonders darunter leiden.“
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Eine Corona-Infektion verläuft bei Kindern und Jugendlichen meist asymptomatisch oder mild. Virologe Prof. Peter Kremsner (60): „Die Impfreaktion ist bei Kindern und Jugendlichen viel stärker als bei älteren Menschen.“ Das stehe im keinen Verhältnis zu den Auswirkungen einer Corona-Infektion, von der viele junge Menschen noch nicht einmal etwas bemerkten.
Am 5. Mai 2020 warnte Lauterbach bei Markus Lanz: Wenn bald alles erlaubt würde „mit der Bitte, dabei eine Maske zu tragen und Abstand zu halten, kommt das exponentielle Wachstum rasch zurück“.
Stattdessen sanken die Fallzahlen.
Quelle: Bild








