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Rewe-Chef kritisiert hohe Schokoladenpreise von Markenherstellern

Rewe-Chef Lionel Souque kritisiert Lindt und Mondelēz für die Nichtweitergabe gesunkener Rohstoffpreise an Verbraucher, insbesondere bei Schokolade. Er berichtet von einem Rückgang des Umsatzes mit Markenprodukten zugunsten von Eigenmarken, deren Anteil am Gesamtumsatz bei Rewe auf knapp 30 Proze…

Köln: Rewe-Chef wirft Lindt und Mondelēz zu hohe Preise bei Schokolade vor
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Der Rewe-Chef Lionel Souque hat in Köln die Preispolitik großer Schokoladenhersteller scharf kritisiert. Er wirft Unternehmen wie Lindt und Mondelēz vor, gesunkene Rohstoffpreise nicht an die Verbraucher weiterzugeben. Insbesondere bei Schokolade sieht er „extreme Fälle“.

In einem Gespräch äußerte Souque, dass der Kakaopreis in der Vergangenheit stark gestiegen sei, jedoch mittlerweile wieder gesunken ist. Trotz dieser Entwicklung hätten die großen Markenhersteller, insbesondere Lindt und Mondelēz, ihre Preise erhöht. Souque nannte als Beispiel die „Alpenmilch“-Schokolade von Milka, deren Gewicht von 100 auf 90 Gramm reduziert wurde, während der Einkaufspreis für Händler gestiegen sei. Dies führe dazu, dass ein Verkaufspreis unter 1,99 Euro kaum möglich sei, was er als „irre“ bezeichnete.

Eigenmarken gewinnen an Bedeutung

Souque betonte, dass Rewe bei seinen Eigenmarken gegensteuere. So sei der Preis für eine 100-Gramm-Tafel der günstigsten Eigenmarke von 89 auf 79 Cent gesenkt worden. Diese Preisentwicklung hat auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden. Laut Souque verlieren Markenprodukte zunehmend an Bedeutung, da Umsatz und Absatz im Vergleich zu Eigenmarken zurückgehen.

Die Rewe-Supermärkte konnten im Jahr 2025 ihre Erlöse mit Eigenmarken um etwa sechs Prozent steigern. Der Anteil dieser Produkte am Gesamtumsatz liegt mittlerweile bei knapp 30 Prozent und zeigt eine steigende Tendenz. Souque führt dies auf den wachsenden Preisabstand zurück, da viele Kunden Markenartikel nur noch im Sonderangebot kaufen. Einige Kunden äußern, dass sie sich solche Artikel nicht regelmäßig leisten können.

Konkurrenzdruck im Einzelhandel

Trotz der Kritik an den Herstellern sieht sich auch der Einzelhandel einem hohen Druck ausgesetzt. Viele Verbraucher empfinden Supermärkte wie Rewe als teurer im Vergleich zu Discountern. Souque widerspricht dieser Wahrnehmung und verweist darauf, dass Preisvergleiche zeigen, dass die Kosten für Kernsortimente kaum variieren. Er betont, dass Rewe die Preise wöchentlich beobachtet und bei Preissenkungen von Wettbewerbern nachzieht.

Die Konkurrenz durch Discounter wächst, wie eine Umfrage zeigt, die besagt, dass etwa ein Drittel der Menschen heute häufiger bei Lidl, Aldi und ähnlichen Anbietern einkauft als noch vor ein oder zwei Jahren.

Internationale Krisen und deren Auswirkungen

Internationale Konflikte haben bislang kaum Einfluss auf die Lebensmittelpreise gehabt. Souque stellte fest, dass der Iran-Krieg bisher keine spürbaren Folgen für die Preise hatte, da im Gegensatz zum Ukraine-Krieg keine zentralen Rohstoffe betroffen sind. Sollte der Konflikt jedoch andauern, könnten die Kosten für Verpackungen steigen, was langfristig auch die Lebensmittelpreise beeinflussen könnte.

Insgesamt sind die Preise in den Rewe-Märkten zwischen März 2025 und März 2026 lediglich um rund ein Prozent gestiegen.

Umsatzsteigerung, aber Rückgang beim Gewinn

Die Rewe-Gruppe konnte ihren Umsatz im Jahr 2025 um vier Prozent auf 100,4 Milliarden Euro steigern. Besonders die Touristiksparte Dertour verzeichnete ein starkes Wachstum. Dennoch sank der Gewinn auf 525 Millionen Euro. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem Investitionen in Rabatt-Apps von Rewe und Penny, die mittlerweile von etwa 18 Millionen Menschen genutzt werden.

Der Konzern betreibt in Deutschland rund 3.800 Rewe-Märkte und mehr als 2.100 Penny-Filialen und beschäftigt etwa 272.000 Mitarbeiter. Zudem beleuchtet eine Dokumentation den Deepfake-Betrug mit Eckart von Hirschhausen.


Quellen: t-online, stern, Der Spiegel

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Bildquelle: ai-generated-gemini

Ronny Winkler