Der jüngste Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts listet 67 schwere Thrombose-Fälle nach einer Astrazeneca-Impfung auf. Zudem sind 14 Patienten nach der Impfung verstorben.
14 Tote nach AstraZeneca-Impfung in Deutschland

Die Zahl der gemeldeten schweren Fälle von Thrombosen im Zusammenhang mit Astra-Zeneca-Impfungen liegt mittlerweile bei 67. Zudem sind 14 Patienten, davon fünf Männer und neun Frauen nach der Impfung verstorben.
Impfungen mit wirksamen und verträglichen COVID-19-Impfstoffen sind eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor COVID-19 zu schützen.
Seit dem 22.12.2020 ist in der Europäischen Union (EU) und damit auch in Deutschland der mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech) zum Schutz vor COVID-19 zugelassen. In Deutschland und anderen EU-Staaten hat die Impfkampagne am 27.12.2020 begonnen. Der COVID-19-Impfstoff Moderna wurde am 06.01.2021 ebenfalls in der EU zugelassen. Impfungen mit diesem Impfstoff haben Mitte Januar begonnen. Bei den Impfstoffen Comirnaty und COVID-19-Impfstoff Moderna handelt es sich um RNA-Impfstoffe.
Deutschland zählt 14 Tote nach AstraZeneca-Impfung
Der Impfstoff Vaxzevria (früher: COVID-19-Impfstoff AstraZeneca) wurde am 30.01.2021 in der EU zugelassen, Impfungen mit diesem Impfstoff haben Anfang Februar begonnen. Bei Vaxzevria handelt es sich um einen Vektorimpfstoff.
Seit dem 11.03.2021 ist der COVID-19-Impfstoff Janssen zugelassen. Bei diesem Impfstoff handelt es sich ebenfalls um einen Vektorimpfstoff. Impfungen mit diesem Impfstoff haben in Deutschland Ende April begonnen.
Das Paul-Ehrlich-Institut fasst im Folgenden Meldungen über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zusammen, die es seit Beginn der Impfkampagne bis zum 30.04.2021 aus Deutschland erhalten hat.
Ein neues Syndrom, das durch venöse und/oder arterielle Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie (Thrombosen mit Thrombozytopenie-Syndrom, TTS) charakterisiert ist und das mit Blutungen einhergehen kann, wird sehr selten als schwerwiegende Nebenwirkung des COVID-19-ImpfstoffsVaxzevria beobachtet, wobei die Thrombosen oftmals an ungewöhnlichen Lokalisationen wie beispielsweise zerebrale Hirnvenen oder Portal-, Leber- oder Mesenterialvenen auftreten.
Andere Fälle imponieren durch tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien und akute arterielle Thrombosen. Bei mehreren der betroffenen Patientinnen und Patienten wurden hohe Konzentrationen von Antikörpern gegen Plättchenfaktor 4 (PF4) sowie eine starke Aktivierung von Thrombozyten in entsprechenden Tests nachgewiesen.
Die meisten bisher berichteten TTS-Fälle traten innerhalb von drei Wochen nach Impfung auf.
>>> AstraZeneca vs. Biontech: Welcher Impfstoff schützt besser? <<<
>>> Biontech vs Astrazeneca – Nebenwirkungen im Überblick <<<
>>> So erkennen Sie eine Thrombose – Anzeichen und Behandlung <<<
Bislang konnten keine spezifischen Risikofaktoren für die Entstehung von TTS identifiziert werden. TTS ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in einigen Fällen tödlich verlief. Daher ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig.
Bis zum 30.04.2021 erhielt das Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 49.961 Einzelfallberichte zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen (unerwünschte Reaktionen) nach Impfung mit COVID-19 Impfstoffen in Deutschland.
Nach bisherigen internationalen Daten sind am häufigsten Frauen unter 60 Jahren betroffen
Die Melderate betrug für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 1,7 Fälle pro1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Fälle betrug sie 0,2 pro 1.000 Impfdosen.
Aufteilung der Thrombosefälle nach Altersgruppen und Geschlecht
Altersgruppe 20-29: Frauen 9 – Männer 5
Altersgruppe 30-39: Frauen 8 – Männer 7
Altersgruppe 40-49: Frauen 10 – Männer 1
Altersgruppe 50-59: Frauen 11 – Männer 1
Altersgruppe 60-69: Frauen 10 – Männer 1
Altersgruppe 70-79: Frauen 2 – Männer 1
Altersgruppe 80-89: Frauen 0 – Männer 0
unbekannt: Frauen – Männer 1
Gesamt: Frauen 50 – Männer 17
Quelle: Paul-Ehrlich-Institut
EMA untersucht Fälle von schwerer Nervenerkrankung nach AstraZeneca-Impfung
Derweil prüft die europäische Arzneimittelbehörde EMA Fälle einer seltenen Nervenerkrankung im Zusammenhang mit einer Impfung. Im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung der Sicherheitsberichte für den Impfstoff Vaxzevria würden Daten zu aufgetretenen Fällen des Guillain-Barre-Syndroms (GBS) unter die Lupe genommen, teilte die EMA mit, ohne die Zahl der Fälle zu beziffern.
Guillain-Barré-Syndrom bereits als schwere Folge von Covid-19 bekannt
Von Astrazeneca habe man detaillierte Daten angefordert. Der britisch-schwedische Pharmakonzern wollte sich dazu zunächst nicht äußern.
Das Guillain-Barre-Syndrom ist eine Erkrankung der Nerven, bei der das eigene Immunsystem die Ummantelung der Nervenzellen attackiert.
Oft gehen dem Syndrom virale oder bakterielle Infektionen voraus, es kann zu Lähmungen führen.
Der Impfstoff von Astrazeneca ist in Verruf geraten. Forscher aus Hannover geben nun Hoffnung – die Thrombosen seien therapierbar, sagen sie.
6 Monate Premium Zeitschrift wie Stern, HÖRZU, Gala oder Brigitte geschenkt! >>Nutzen Sie den CODE: RGE1698938WX <<








