Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Widerstand gegen Suchthilfezentrum in Köln nimmt zu

Die Interessengemeinschaft Pantaleonsviertel kündigt nach dem Ratsbeschluss zum Suchthilfezentrum in Köln weiteren Widerstand an und kritisiert den Entscheidungsprozess sowie die Sicherheit und Tragfähigkeit des Projekts. Anwohner bereiten juristische Schritte vor und sehen das Vorhaben als unzur…

Köln: Bürgerinitiative kündigt mehr Widerstand gegen Suchthilfezentrum an
KI generiert

Die Interessengemeinschaft Pantaleonsviertel (IG) hat nach dem Beschluss des Stadtrats zum geplanten Suchthilfezentrum in Köln ihren Widerstand verstärkt. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Torsten Burmester kündigte die IG an, rechtliche Schritte zu prüfen, um gegen das Vorhaben vorzugehen.

Am Dienstag versammelten sich Mitglieder der IG vor dem Rathaus, während der Stadtrat über das Projekt abstimmte. Andreas Zittlau, der Vorsitzende der IG, äußerte in dem Schreiben deutliche Bedenken hinsichtlich des Vorhabens. Er bezeichnete das Projekt als „das berühmte tote Pferd, von dem man besser absteigen sollte“. Zittlau kritisierte, dass Burmester in den vergangenen Wochen zahlreiche Gelegenheiten gehabt hätte, sich aus dem Verfahren zurückzuziehen, insbesondere aufgrund der Sicherheitsrisiken und der dokumentierten Mängel im Auswahlprozess des Standorts. Der Standort sei nicht „alternativlos“, wie von der Stadt behauptet.

In einer begleitenden Pressemitteilung bezeichnete die IG den Baubeschluss als „Armutszeugnis für Köln“. Zittlau bemängelte den Ablauf des Verfahrens und stellte fest, dass kein zuständiger Fachausschuss vor der Entscheidung ein Votum abgegeben habe. Dies führe dazu, dass die Verantwortung auf die Ratsfraktionen abgewälzt wurde. Für den Baubeschluss seien rund 20 Anlagen vorgelegt worden, während die gesamte Ratssitzung 212 Anlagen umfasste. Zittlau stellte die Frage, wie ein ehrenamtliches Ratsmitglied unter diesen Bedingungen eine solch weitreichende Entscheidung verantworten könne.

Die IG hält das geplante Suchthilfezentrum für unzureichend durchdacht. Sie kritisiert, dass das Projekt weder sicherheitspolitisch noch organisatorisch oder finanziell tragfähig sei. Die zunehmende Problematik mit Crack werde nicht realistisch berücksichtigt. Zudem sei das Zentrum nach Ansicht der IG nicht mit dem oft zitierten Züricher Modell vergleichbar, das auf Dezentralisierung und Lastenverteilung abzielt, anstatt die Belastung auf ein einzelnes Wohn- und Schulviertel zu konzentrieren. Ein weiteres Zentrum auf der linken Rheinseite sei weder konkret geplant noch finanziell umsetzbar.

Der Widerstand, der zunächst politischer Natur war, hat sich laut der IG zu einem grundsätzlichen Problem entwickelt. Zittlau erklärte, dass aus der anfänglichen Basta-Politik mittlerweile eine „Augen zu und durch“-Mentalität geworden sei, was erhebliche Risiken für die Anwohner, die Stadt und letztlich auch für die politische Landschaft in Köln mit sich bringe. Die IG warnt davor, dass Köln mit diesem Vorgehen auf ein weiteres gescheitertes Großprojekt zusteuere.


Quellen: t-online

Bildquelle: KI generiert

Ronny Winkler