In Köln und NRW steigt die Inzidenz der Hantavirus-Infektionen, was auf Umweltveränderungen durch den Klimawandel zurückgeführt wird. Die Uniklinik Köln behandelt jährlich zwischen fünf und 15 Patienten mit Hantavirus.
Zunahme von Hantavirus-Infektionen in Köln – Uniklinik informiert über Risiken

In Köln und Nordrhein-Westfalen ist ein Anstieg der Hantavirus-Infektionen zu verzeichnen. Die Uniklinik Köln beobachtet die Situation, insbesondere im Zusammenhang mit einem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff.
Die Inzidenz der Hantavirus-Infektionen in Köln hat in den letzten Jahren merklich zugenommen. Ein Sprecher der Nephrologie der Uniklinik Köln bestätigte auf Anfrage, dass die jährlichen Zahlen schwanken, jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten ein klarer Anstieg festzustellen ist. Der Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Hondius“ hat international für Aufsehen gesorgt.
Der Sprecher äußerte, dass die Zunahme der Virusinfektionen in Deutschland und Köln durch den Klimawandel und die damit verbundenen Umweltveränderungen begünstigt werden könnte. Jährlich werden in der Uniklinik zwischen fünf und 15 Patienten behandelt, die sich mit dem Hantavirus infiziert haben.
Unterschiedliche Hantavirus-Varianten
Die in Köln vorkommende Variante des Hantavirus unterscheidet sich von der auf dem Kreuzfahrtschiff. In Mitteleuropa und Skandinavien ist das Puumula-Virus die häufigste Variante, die grippeähnliche Symptome und akutes Nierenversagen verursachen kann. Die meisten Betroffenen erholen sich ohne langfristige Folgen.
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei dem auf dem Kreuzfahrtschiff ausgebrochenen Virus um das Andes-Virus, das als gefährlicher gilt. Dieses Virus ist in Europa nicht heimisch und kann schwerere Krankheitsverläufe hervorrufen. Bisher sind drei Passagiere des Kreuzfahrtschiffs verstorben, von denen mindestens zwei mit dem Virus infiziert waren.
Übertragungswege des Hantavirus
Die in Köln verbreitete Variante des Hantavirus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Das Puumula-Virus wird durch die Rötelmaus übertragen. Ein Anstieg der Rötelmauspopulation, bedingt durch milde Winter und Buchenmast, erhöht das Risiko einer Infektion. Hohe Luftfeuchtigkeit kann ebenfalls zur Übertragung beitragen.
Risikogebiete in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen sind insgesamt 15 Kreise und Städte als Gebiete mit niedrigem Risiko für das Puumula-Virus ausgewiesen. Dazu gehören neben Köln auch der Rhein-Erft-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis, der Kreis Düren und die Städteregion Aachen. Im Kreis Coesfeld besteht ein mittleres Risiko für eine Infektion.
Unterstützung durch die Uniklinik Köln
Obwohl die Nephrologie der Uniklinik Köln nicht direkt an der Behandlung von Hantavirus-Patienten auf dem Kreuzfahrtschiff beteiligt ist, unterstützt sie weltweit Kliniken, die solche Patienten behandeln. Die Uniklinik betreibt das Hantavirus-Register HantaReg, das epidemiologische und klinische Studien zu Hantavirus-assoziierten Erkrankungen ermöglicht.
Die Experten aus Köln vermuten, dass viele Faktoren für den Ausbruch des Andes-Virus auf dem Kreuzfahrtschiff sprechen, auch wenn dies noch nicht abschließend bestätigt ist. Es sind zwar Mensch-zu-Mensch-Übertragungen und Superspreading-Events bekannt, jedoch sehr selten.
Schutzmaßnahmen gegen Hantavirus
Um sich vor einer Hantavirus-Infektion zu schützen, sollten beim Aufenthalt in Gebieten, in denen Mäuse oder andere Nager leben, Handschuhe oder Atemschutzmasken getragen werden. Die Viren können auch durch aufgewirbelte Luft übertragen werden, beispielsweise beim Reinigen von Dächern oder anderen Orten, an denen Mäuse häufig vorkommen. Nach solchen Aktivitäten ist eine gründliche Handwäsche empfehlenswert.
Die meisten Erkrankungen verlaufen mild, einige Patienten berichten von grippeähnlichen Symptomen wie Gliederschmerzen oder Schüttelfrost. Es gibt auch Fälle, in denen Betroffene das Virus in sich tragen, jedoch symptomfrei bleiben.
Ein Hinweis zur Klarstellung: Eine frühere Überschrift könnte den Eindruck erweckt haben, dass ein Zusammenhang zwischen den Fällen in Köln und dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff besteht. Dies ist nicht der Fall, und der Text hat dies nie suggeriert. Die Überschrift wurde angepasst, um Missverständnisse zu vermeiden.
Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert








