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Gießen: Anhänger reißt von Pkw ab, Polizei gibt Tipps

Ein Autofahrer in Gießen erlebt, wie sich sein Anhänger löst und in den Gegenverkehr rollt. Die Polizei warnt vor überladenen Anhängern und gibt Sicherheitstipps für den Straßenverkehr.

Foto des abgerissenen Kupplungskopfes
Foto: Presseportal.de

Giessen (ost)

Gießen: Anhänger löst sich von Auto – Polizei gibt Ratschläge

Ein Autofahrer in Gießen musste gestern am eigenen Leib erfahren, welche Anhängelast ein Fahrzeug ziehen darf und warum dies so detailliert geregelt ist. Polizeibeamte führten Verkehrskontrollen in der Lahnstraße / Ecke Frankfurter Straße durch. Gegen 11 Uhr bemerkten sie einen Mercedes, der mit einem Anhänger die Bahnunterführung in Richtung Kontrollstelle passierte. Unter der Unterführung löste sich plötzlich der Anhänger vom Auto und driftete nach links in Richtung Gegenverkehr. Der Autofahrer bremste sofort, sodass der Anhänger nicht weiterrollte. Er prallte jedoch gegen das Zugfahrzeug und kam zum Stillstand. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber am Mercedes entstand ein Schaden am Heck.

Die Beamten eilten zur Unfallstelle und halfen zunächst bei der Sicherung des Anhängers. Sie stellten fest, dass der Kugelkopf aus der Aufnahme gerissen war und noch im Kupplungsmaul des Anhängers steckte. Deshalb schoben sie den Anhänger auf einen nahe gelegenen Parkplatz. Anschließend begannen die Verkehrsexperten zu untersuchen, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Sie bemerkten schnell, dass der Getränkeanhänger mit Kühlung zu groß für das Zugfahrzeug schien. Die Kontrollbeamten überprüften die Gewichte der Fahrzeugkombination genauer. Die zulässige Anhängelast des PKW von 1.500 kg wurde überschritten, da der Anhänger im Leerzustand fast dieses Gewicht erreichte und zudem mit Getränken beladen war. Außerdem wurde eine viel zu hohe Stützlast festgestellt, die die maximale Stützlast von 75 kg des Mercedes deutlich überstieg. Die Gesamtumstände führten dazu, dass der Fahrer mit dem vorhandenen Führerschein der Klasse B nicht die erforderliche Fahrerlaubnis hatte.

Glücklicherweise ereignete sich der Unfall an der beschriebenen Stelle und nicht bei hoher Geschwindigkeit, z. B. auf einer Landstraße oder Autobahn. Neben dem Fahrzeugschaden erwartet den 38-jährigen Fahrer aus Gießen nun ein Strafverfahren.

Ihre Polizei möchte, dass Sie sicher ans Ziel kommen. Hier sind einige Tipps, um Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren:

Machen Sie sich mit den technischen Daten der genutzten Fahrzeuge vertraut. Überprüfen Sie das Gewicht von Anhängern und ob Ihr Fahrzeug dieses ziehen darf. Stellen Sie sicher, dass Ihre Führerscheinklasse die gefahrene Kombination abdeckt. Es kommt auf verschiedene Faktoren an, wie die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs und des Anhängers. Diese Informationen finden Sie in den Fahrzeugpapieren. Auch relevant ist, wann Sie Ihren Führerschein erworben haben.

Das Bundesministerium für Verkehr bietet eine Übersicht über die Fahrerlaubnisklassen und die jeweiligen Details: https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/fahrerlaubnisklassen-uebersicht.html

Pierre Gath, Pressesprecher

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023

Im Jahr 2023 gab es in Hessen insgesamt 145.422 Verkehrsunfälle. Davon waren 19.527 Unfälle mit Personenschaden, was 13,43% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.914 Fälle aus, was 4,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1.164 Fällen gemeldet, was 0,8% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 117.817 Fälle, was 81,02% aller Unfälle entspricht. In innerorts gelegenen Ortslagen ereigneten sich 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) waren es 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen wurden 3.013 Unfälle registriert (2,07%). Insgesamt gab es 188 Getötete, 3.537 Schwerverletzte und 21.704 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 145.422
Unfälle mit Personenschaden 19.527
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 6.914
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.164
Übrige Sachschadensunfälle 117.817
Ortslage – innerorts 14.839
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 7.577
Ortslage – auf Autobahnen 3.013
Getötete 188
Schwerverletzte 3.537
Leichtverletzte 21.704

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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