Am heutigen Samstag trainierten 200 Einsatzkräfte ein anspruchsvolles Szenario mit Gefahrstofffreisetzung nach einem Verkehrsunfall. Das Ziel war, die Einsatzbereitschaft zu überprüfen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Heidenrod: Großübung im Rheingau-Taunus-Kreis

Rheingau-Taunus-Kreis (ost)
Heute fand im Rheingau-Taunus-Kreis eine umfangreiche Katastrophenschutzübung statt. Zwischen 08:00 und 15:00 Uhr trainierten etwa 200 Einsatzkräfte ein herausforderndes Szenario, das einen Verkehrsunfall mit Freisetzung von Gefahrstoffen im Gewerbegebiet „Ober der Hardt“ in Bad Schwalbach simulierte. Das Ziel der Übung war es, die Einsatzbereitschaft der Einheiten zu überprüfen, Abläufe zu verbessern und die Zusammenarbeit aller Organisationen weiter zu stärken.
Das Übungsszenario umfasste einen Verkehrsunfall mit austretender Salpetersäure.
Auf der alten Bäderstraße kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Bus, einem PKW und einem LKW. Der LKW transportierte sechs große Kunststoffbehälter mit Salpetersäure. Durch den Unfall wurden zwei dieser Behälter beschädigt, wodurch der Gefahrstoff austrat.
Verletztendarsteller stellten authentisch teilweise schwer verletzte Personen dar.
Die Feuerwehr rettete die Betroffenen unter Atemschutz aus dem Gefahrenbereich. Die Verletzten wurden dann sofort dekontaminiert, um gefährliche Rückstände zu entfernen, erstversorgt, vom Rettungsdienst untersucht, um die Dringlichkeit der Behandlung festzustellen, und anschließend zu einem Behandlungsplatz gebracht.
Der Behandlungsplatz wurde von Sanitätseinheiten auf dem nahegelegenen Gefahrenabwehrcampus in Heidenrod eingerichtet. Dort erfolgte die weitere medizinische Versorgung und die Vorbereitung der Verteilung auf Krankenhäuser.
Ausbreitung der Gefahrstoffwolke – Messungen und Warnungen
Fachberater für chemische Gefahren unterstützten die Einsatzleitung bei der Bewertung der Lage. Aufgrund des Ostwinds zog die Gefahrstoffwolke in Richtung Heidenrod und Schlangenbad. Messfahrzeuge führten umfangreiche Luftmessungen durch. Die Ergebnisse: – bis 1.300 m Entfernung: Empfehlung, sich nicht im Freien aufzuhalten; – bis 5.000 m Entfernung: Hinweis auf mögliche Geruchsbelästigung
Fiktive Warnmeldungen über das Modulare Warnsystem (MoWaS) wurden veranlasst.
An der Übung nahmen unter anderem teil: Führungsgruppe TEL, IuK-Gruppe, KatS-Löschzug, GABC-Messzentrale und Messgruppe, Gefahrstoffzug (CBRN), Dekontaminationszug sowie Sanitätszüge und Betreuungszug.
Zahlreiche Beobachter waren vor Ort, darunter Bürgermeister aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, Vertreter der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, der Hessischen Landesfeuerwehrschule sowie des Regierungspräsidiums.
Warum sind solche Übungen unerlässlich?
Nur durch regelmäßige, realitätsnahe Übungen können Einsatzkräfte: – Abläufe verbessern – Schwachstellen erkennen – im Ernstfall sicher und schnell handeln.
Die zunehmenden Risiken – Gefahrstoffunfälle, Extremwetter, Stromausfälle oder Lagen mit vielen Verletzten – zeigen, wie wichtig eine gut vorbereitete Gefahrenabwehr ist.
Ein großer Teil des Katastrophenschutzes basiert auf ehrenamtlichem Engagement. Die heutige Übung hat erneut gezeigt, wie wertvoll dieses Engagement ist. Wer sich für Technik, Teamarbeit und sinnstiftende Aufgaben interessiert, ist herzlich eingeladen, Teil einer dieser Einheiten zu werden.
„Solche Übungen zeigen eindrucksvoll, wie wichtig ein gut abgestimmtes Zusammenspiel aller Einsatzkräfte ist“, betonte Kreisbrandinspektor Christian Rossel. „Nur wenn wir regelmäßig unter realistischen Bedingungen trainieren, können wir im Ernstfall schnell, sicher und entschlossen handeln. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die heute mit großem Engagement und hoher Professionalität mitgewirkt haben.“
In den kommenden Tagen werden die Rückmeldungen der Übungsbeobachter und der teilnehmenden Einheiten ausgewertet und nachbereitet. Damit stellen wir sicher, dass wir aus jeder Übung lernen und die Gefahrenabwehr im Rheingau-Taunus-Kreis kontinuierlich weiterentwickeln – für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Hessen insgesamt 145.422 Verkehrsunfälle. Davon waren 19.527 Unfälle mit Personenschaden, was 13,43% aller Unfälle entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.914 Fälle aus, was 4,75% aller Unfälle entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1.164 Fällen gemeldet, was 0,8% aller Unfälle ausmacht. Die meisten Unfälle waren jedoch Übrige Sachschadensunfälle mit 117.817 Fällen, was 81,02% aller Unfälle entspricht. In der Ortslage innerorts gab es 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 Unfälle (2,07%). Insgesamt gab es 188 Getötete, 3.537 Schwerverletzte und 21.704 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 145.422 |
| Unfälle mit Personenschaden | 19.527 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 6.914 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 1.164 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 117.817 |
| Ortslage – innerorts | 14.839 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 7.577 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 3.013 |
| Getötete | 188 |
| Schwerverletzte | 3.537 |
| Leichtverletzte | 21.704 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








