Eine 58-jährige Frau fiel auf die Masche von Love-Scammern herein und verlor einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Die Täter geben sich als attraktive Personen aus, um Geld zu ergaunern.
Schlitz: Love-Scamming-Opfer aus Vogelsbergkreis

Vogelsbergkreis (ost)
Schlitz. Eine 58-jährige Frau aus dem Vogelsbergkreis wurde von dreisten Betrügern getäuscht. Über die Social-Media-Plattform Facebook kam sie mit einer ihr unbekannten Person in Kontakt und fiel auf die Masche des sogenannten „Love-Scammings“ herein. Innerhalb von mehreren Monaten kaufte die Frau Gutschein-Coupons im Wert von einem niedrigen fünfstelligen Betrag und schickte sie an den Unbekannten. Erst als die Frau schließlich aufgefordert wurde, eine Überweisung auf ein ausländisches Konto zu tätigen, fiel der Betrug auf und die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei.
Die Täuschung der vorgetäuschten Liebe
Das Love- oder Romance-Scamming ist besonders hinterhältig, da es für die Opfer mit großem emotionalen Stress verbunden ist. In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken sind die Betrügerinnen und Betrüger auf der Suche nach potenziellen Opfern – und zwar ausschließlich mit dem Ziel, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die Betrüger geben sich meist als attraktive Männer oder Frauen in jüngerem Alter aus und erwecken durch das Versenden von Bildern und Videos in ansprechender Kleidung – mit leichter oder autoritärer Kleidung – bei ihren Opfern den Eindruck, es handle sich um eine tatsächlich existierende Person. Weit gefehlt, die Person auf dem Bildmaterial ist definitiv nicht diejenige, die mit ihnen kommuniziert. Daher kommt es auch nie zu einem persönlichen Treffen.
Um Vertrauen aufzubauen, überhäufen Betrügerinnen und Betrüger ihre Opfer frühzeitig und über einen langen Zeitraum hinweg mit Komplimenten und übertriebenen Liebesbekundungen. Nicht selten dauern solche Phasen mehrere Wochen oder Monate an, bis schließlich die ersten finanziellen Notlagen vorgetäuscht und Bitten um Geldüberweisungen folgen. Und viele Betroffene zahlen auch, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits emotional von ihrer Internet-Partnerin oder ihrem Internet-Partner abhängig sind.
Wenn die Betroffenen auf eine persönliche Geldübergabe bestehen, geben die vermeintlichen Liebhaberinnen und Liebhaber an, verhindert zu sein und schicken angebliche Vertrauenspersonen, die das Geld in Empfang nehmen und überbringen sollen.
Folgen wie sozialer Rückzug und Schamgefühl bieten Betrügern eine Plattform. Sprechen Sie offen über das Erlebte, jeder kann Opfer werden. Zögern Sie nicht, die Polizei zu informieren, wenn Sie Zweifel haben oder bereits auf einen Betrug hereingefallen sind. Die Polizei wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
So erkennen Sie Love-Scammer:
Haben Sie den Verdacht, Opfer geworden zu sein? Das können Sie unternehmen:
(Marc Leipold)
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Hessen für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 9798 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 10106 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 3961 im Jahr 2022 auf 4224 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 2653 im Jahr 2022 auf 2828 im Jahr 2023. Davon waren 1806 männlich, 847 weiblich und 851 nicht-deutsche Verdächtige im Jahr 2022. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von registrierten Fällen von Cyberkriminalität in Deutschland mit 22125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 9.798 | 10.106 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 3.961 | 4.224 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.653 | 2.828 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 1.806 | 1.918 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 847 | 910 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 851 | 915 |
Quelle: Bundeskriminalamt







