Ermittler warnen vor gefälschten Zahlungsoptionen, QR-Code-Angriffen und PayPal-Trick. Vorsicht bei Online-Käufen und Bezahlverfahren!
Göttingen: Polizei warnt vor Betrugsmaschen

Göttingen (ost)
GÖTTINGEN (ab/je) – Die Untersucher und Ermittler des 3. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der Polizeiinspektion (PI) Göttingen warnen derzeit vor einer deutlichen Zunahme verschiedener Betrugsformen im Zusammenhang mit Online-Einkäufen und digitalen Zahlungsmethoden.
Derzeit sind insbesondere drei Methoden weit verbreitet: – die Verwendung gefälschter Kaufmöglichkeiten unter dem Schlagwort „sicher bezahlen“, – sogenannte QR-Code-Betrugsangriffe („Quishing“) sowie – die Aufforderung, Geld über die PayPal-Funktion „Freunde & Familie“ zu senden.
Die Täter versuchen in allen Fällen, an persönliche Daten oder direkt an das Geld ihrer Opfer zu gelangen, ohne die vereinbarte Ware zu liefern oder eine Dienstleistung zu erbringen. „Wir stellen fest, dass Betrüger ihre Vorgehensweisen zunehmend professionalisieren. Sie nutzen realistisch wirkende Weblinks und Kommunikationswege, um Seriosität vorzutäuschen. Deshalb gilt: Misstrauen ist keine Unhöflichkeit, sondern wichtiger Schutz“, betont Polizeihauptkommissarin (PHK’in) Jacqueline Emmermann, Leiterin des 3. Fachkommissariats beim ZKD der PI Göttingen.
Nach Kontaktaufnahme – meist über Kleinanzeigen-Portale – erhalten Interessierte einen Link zu einer professionell nachgebildeten Internetseite, die sicheren Zahlungsdienstleistern nachempfunden ist. Dort werden sie zur Eingabe sensibler Daten, wie Bank- und Kreditkartendaten oder persönlicher Informationen, aufgefordert. Die vermeintliche Absicherung dient allerdings lediglich als Vorwand. Nach Eingabe der Daten kommt es weder zu einer Kaufabwicklung noch zu einer Lieferung – stattdessen werden die Informationen missbraucht oder verursachen unberechtigte Abbuchungen. Warnhinweise sind vor allem externe Links, ungewohnte Web-Adressen, Rechtschreibfehler, Zeitdruck oder die Bitte, die Plattform zu verlassen. Die Polizei empfiehlt, Käufe ausschließlich über die offiziellen Zahlungswege der jeweiligen Plattform abzuwickeln und keine sensiblen Daten über externe Links preiszugeben.
Hier werden manipulierte QR-Codes verbreitet, indem der QR-Code direkt über den eBay-Chat geteilt wird. Nach dem Scannen gelangen Nutzerinnen und Nutzer auf täuschend echte Webseiten, die Paketdienste, Banken, Bezahldienste oder Behörden imitieren. Dort sollen Login- oder Zahlungsdaten eingegeben werden, während zugleich teilweise unbemerkt Schadsoftware auf dem Smartphone installiert wird. Auffällig sind QR-Codes, die an ungewöhnlichen Orten angebracht, über bestehende Hinweise geklebt oder mit fehlerhaften Internetadressen verbunden sind. Oft versuchen Täter, durch Zeitdruck – etwa vermeintlich drohende Kontosperrungen – Handlungsdruck zu erzeugen. Da sich QR-Codes optisch nicht auf Echtheit prüfen lassen, raten die Ermittlerinnen und Ermittler, nur vertrauenswürdige Quellen zu scannen, Web-Adressen nach dem Scan zu kontrollieren und keine sensiblen Daten einzugeben.
Diese Funktion ist für private Überweisungen gedacht und bietet keinen Käuferschutz. Täterinnen und Täter versuchen, Kaufinteressenten dazu zu bewegen, diese Option zu nutzen – häufig mit dem Hinweis auf angebliche Gebührenersparnis oder schnellere Abwicklung. Nach Zahlung erfolgt jedoch keine Lieferung; das Geld ist meist verloren und kaum zurückholbar. Verdächtig sind neu angelegte Nutzerprofile, extrem günstige Angebote, Zeitdruck oder die ausdrückliche Bitte, ausschließlich die „Friends“-Funktion zu nutzen. Die Polizei rät deshalb, bei unbekannten Personen grundsätzlich nur Zahlungen mit Käuferschutz zu verwenden, Angebote kritisch zu prüfen und persönliche Übergaben zu bevorzugen, wenn möglich.
Wer Opfer einer dieser Betrugsformen wird, sollte umgehend den Zahlungsdienstleister oder das Kreditinstitut informieren, Passwörter ändern und relevante Belege wie Chatverläufe oder Rechnungen sichern. Bei Verdacht auf Schadsoftware empfiehlt sich außerdem, das Gerät vom Internet zu trennen und überprüfen zu lassen. Eine zeitnahe Anzeige bei der Polizei kann helfen, weitere Schäden zu verhindern.
PHK’in Jacqueline Emmermann appelliert: „Seien Sie bei Online-Käufen grundsätzlich wachsam, prüfen Sie Zahlungswege sorgfältig und geben Sie sensible Daten niemals über Links oder ungesicherte Portale preis!“
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 12917 Fälle von Cyberkriminalität registriert, während es im Jahr 2023 13218 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 4662 im Jahr 2022 auf 5070 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 3226 im Jahr 2022 auf 3422 im Jahr 2023. Davon waren 2212 männlich, 1014 weiblich und 788 nicht-deutsche Verdächtige im Jahr 2022, während es im Jahr 2023 2310 männliche, 1112 weibliche und 950 nicht-deutsche Verdächtige gab. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Berlin im Jahr 2023 mit 22125 die höchste Anzahl an registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 12.917 | 13.218 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.662 | 5.070 |
| Anzahl der Verdächtigen | 3.226 | 3.422 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.212 | 2.310 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.014 | 1.112 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 788 | 950 |
Quelle: Bundeskriminalamt








