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Polizeidirektion Osnabrück übernimmt zentrale Aufgabe bei EU-Projekt

Startschuss für Projekt „Lumen Expanded“ zur Bekämpfung von Explosivstoffen im Kriminalitätssektor. Rückgang der Geldautomatensprengungen um 42% in 2024.

Auch bei dieser Sprengung eines Geldautomaten 2023 in Melle-Gesmold wurde Sprengstoff eingesetzt. Die Schäden und das Gefährdungspotential für Anwohner waren immens. Ein Grund mehr. mit dem jetzigen EU-Projekt die Produktion und den Handel von Explosivstoffen durch Kriminelle genauer unter die Lupe zu nehmen. Bild: Polizei Osnabrück
Foto: Presseportal.de

Osnabrück/Stuttgart (ost)

Ein bedeutendes europäisches Projekt zur Bekämpfung ausgewählter Kriminalitätsbereiche der organisierten Kriminalität namens „Lumen Expanded“ startete mit einer Auftaktveranstaltung in dieser Woche (18./19.05.) in Schwäbisch Gmünd (siehe Pressemitteilung https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110980/6278272).

Die Produktion und Verwendung von Explosivstoffen als Tatmittel im Kriminalitätssektor spielt in den nächsten drei Jahren eine wichtige Rolle in einem Teilprojekt. Die Polizeidirektion Osnabrück ist deutschlandweit federführend für diesen Bereich verantwortlich. In den Jahren 2023-2025 hatte die Direktion bereits mit einem Vorgängerprojekt dazu beigetragen, die Anzahl der Geldautomatensprengungen deutlich zu reduzieren. 2024 gingen die erfassten Geldautomaten-Sprengungen bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent von 461 auf 269 Taten drastisch zurück. Auch für 2025 deutet sich erneut eine positive Entwicklung an. Die erbeutete Summe sank 2024 in Deutschland zudem um mehr als die Hälfte auf 13,4 Millionen Euro. In der Osnabrücker Direktion gab es im letzten Jahr nur eine Automatensprengung in Papenburg, bei der alle Verdächtigen vor Ort festgenommen werden konnten – die Tat misslang.

Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, freut sich auf die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit: „Die Polizeidirektion Osnabrück konnte bereits im Vorgängerprojekt durch das Zusammenwirken im internationalen Netzwerk einen wertvollen Beitrag zum deutlichen Rückgang der Geldautomatensprengungen leisten. In dem jetzt startenden Projekt wollen wir unseren Fokus auf das Tatmittel der Explosivstoffe richten. Wir sind sehr stolz, dass wir von Osnabrück aus beim EU-Projekt „ISF Lumen Expanded“ wieder mitwirken dürfen. Explosivmittel werden inzwischen nicht nur bei der Sprengung von Geldautomaten eingesetzt. Kriminelle nutzen Explosivmittel auch im Kampf gegen rivalisierende Gruppen und zur Einschüchterung. Eine Eskalation, die nicht nur in den Niederlanden und Schweden präsent ist, sondern auch nach Deutschland zu schwappen droht. Um dem entgegenzuwirken, wollen wir mit unseren internationalen Partnern illegale Handels- und Vertriebsstrukturen identifizieren und zerschlagen. Unser Ziel: Keine Explosivstoffe in Händen Krimineller! Mit der anstehenden Projektarbeit im internationalen Kontext werden wir unsere Kompetenz in der Kriminalitätsbekämpfung weiter ausbauen“, ist sich Präsident de Vries sicher.

ISF Lumen Expanded soll dabei keine einfache Fortsetzung sein: Die Projektbeteiligten bleiben am Puls der Zeit und haben das Portfolio erweitert. Ein neu eingerichtetes Teilprojekt befasst sich mit der Bekämpfung der so genannten Gruppenbezogenen Gewaltkriminalität – ein Phänomen, das europaweit immer stärker an Bedeutung gewinnt. Ebenfalls unter Federführung des LKA Baden-Württemberg wird ein Teilprojekt die Bekämpfung des Callcenterbetrugs weiter vorantreiben. Darüber hinaus koordiniert das Landeskriminalamt Sachsen hauptverantwortlich den Themenbereich Kfz-Kriminalität. Auch von diesen Teilprojekten erhofft man sich in der Polizeidirektion Osnabrück Vorteile.

Das EU-Projekt wird durch den Internal Security Fund der Europäischen Union mit mehreren Millionen Euro gefördert. Unter der Gesamtprojektleitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg bekämpfen die Projektbeteiligten gemeinsam die organisierte Kriminalität in den Projektschwerpunktbereichen. Dies soll durch Prävention, operative Maßnahmen und Ermittlungen, Trainings, Austausch zwischen Expertinnen und Experten, Harmonisierung von Verfahren, Verbesserung der technischen Möglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Stärkung europäischer Polizeinetzwerke erfolgen.

Quelle: Presseportal

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