Am 12. April 1961 startet Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Der riskante Flug unter Geheimhaltung markiert den Beginn des Weltraumzeitalters und verändert die Geschichte der Raumfahrt nachhaltig.
Juri Gagarins Flug ins All: Der Start einer neuen Ära der Raumfahrt

Die letzten Instruktionen vor dem Start von Juri Gagarin erhielt er direkt vom Konstrukteur des „Wostok“-Raumschiffs, Sergei Koroljow: „Den Schlüssel auf zwölf Uhr. Zündung. Ich wünsche Ihnen einen guten Flug!“
Mit einem entschlossenen „Auf geht’s!“ startete Gagarin in das Ungewisse. Der Flug fand unter strengster Geheimhaltung statt, da die Sowjetunion im Wettlauf ins All mit den USA nicht scheitern durfte.
Hohes Risiko bei der Weltraum-Mission
Der sowjetische Raketen-Konstrukteur Boris Tschertok äußerte sich viele Jahre später zu den Risiken des Unternehmens: „Wir haben damals einen Menschen in eine neue, bis dahin unbekannte und unzugängliche Dimension geschickt. Deswegen lag eine gewaltige Verantwortung auf uns. Das Risiko war sehr hoch. Wenn ich heute den Flug mit der ‚Wostok‘ unter solchen Bedingungen genehmigen müsste, würde ich das nicht unterschreiben.“
Blick aus dem All
In einer Zeitspanne von 108 Minuten umrundete Gagarin die Erde einmal. Kurz nach dem Erreichen der Erdumlaufbahn stellte er den Funkkontakt zur Bodenstation her und schilderte seine Eindrücke: „Ich kann Täler, Wälder, Flüsse und Wolken sehen.“
Ungeplante Landung und ihre Zeugen
Die Rückkehr zur Erde verlief jedoch nicht wie geplant. Aufgrund fehlerhafter Berechnungen landete Gagarin im Wolga-Gebiet bei Saratow. Legenden zufolge waren eine erschreckte Waldarbeiterin und deren Enkelin Augenzeugen dieses historischen Moments. Gagarin, der sich mit einem Schleudersitz aus der Kapsel befreit hatte, rief ihnen zu: „Ich bin Sowjet-Bürger, ich bin einer von euch.“
Wettlauf im All: Sowjets erneut vorn
Nach seiner Landung erhielt Gagarin Glückwünsche vom damaligen Kreml-Chef Nikita Chruschtschow. Die erfolgreiche Rückkehr wurde von der Sowjetunion als propagandistischer Erfolg gefeiert. Nach dem ersten Satelliten hatte man nun auch den ersten Menschen im All vor den USA ins Rennen geschickt. Zehntausende jubelnde Landsleute empfingen den Weltraumhelden auf dem Roten Platz. Chruschtschow betonte, dass das sowjetische Volk sich jahrhundertelang an diese Heldentat erinnern werde.
Gagarin selbst konnte seinen Ruhm jedoch nur für wenige Jahre genießen. Am 17. März 1968 kam er bei einem Routineflug mit dem Militärflugzeug „MIG“ ums Leben.
Internationaler Gedenktag am 12. April
Im Jahr 2011 erklärten die Vereinten Nationen den 12. April zum internationalen Gedenktag. Dieser Tag wird als Beginn des Weltraumzeitalters angesehen. In Deutschland finden an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen Einrichtungen mit Raumfahrtbezug ihre Themen präsentieren. In der Sowjetunion wurde der Tag bereits zuvor als Tag der Kosmonauten gefeiert, und Russland hält an dieser Tradition bis heute fest.
Der erste bemannte Weltraumflug von Juri Gagarin bleibt ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Raumfahrt.
Bildquelle: depositphotos








