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Iran: Öl springt zweistellig – Märkte nervös, Gold gefragt

Die militärische Eskalation im Iran führt zu einem sprunghaften Anstieg der Ölpreise und verunsichert die Märkte. Experten warnen vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und steigender Inflation.

Iran: Öl springt zweistellig – Märkte nervös, Gold gefragt

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite setzen sich fort. In Reaktion darauf hat Teheran mit Raketen und Drohnen geantwortet. In diesem Liveticker erhalten Sie aktuelle Informationen über die Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die globale Wirtschaft sowie über Reaktionen und Einschätzungen von Experten.

Marktentwicklungen und Expertenmeinungen

8.15 Uhr: Die Situation an der Straße von Hormus hat erhebliche Bedeutung für die Märkte. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg, warnt vor den klaren wirtschaftlichen Konsequenzen einer längeren Blockade. „Die entscheidende Frage für die Weltwirtschaft ist offensichtlich: Wird die Straße von Hormus für den Öl- und Gasexport längerfristig geschlossen? Sollte dies der Fall sein, würde das das globale Wachstum spürbar belasten und die weltweite Inflation signifikant erhöhen“, so Schmieding.

Er fügt hinzu, dass ein dauerhafter Anstieg des Ölpreises um 15 Dollar pro Barrel in der Eurozone das Preisniveau um nahezu 0,5 Prozent erhöhen könnte, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen würde. Kurzfristig rechnet Berenberg zwar mit einem Anstieg der Ölpreise, jedoch erwarten die Ökonomen, dass sich der Preis für Brent nach der akuten Phase wieder im Bereich von 65 bis 70 Dollar pro Barrel stabilisieren wird.

Börsenstart in Frankfurt und Ölpreisentwicklung

8.00 Uhr: Der Börsenstart in Frankfurt hat begonnen, und die Anleger sind gespannt auf die Entwicklungen. Vorbörslich lag der Dax etwa 400 Punkte im Minus, was einen kleinen Schock darstellt, jedoch kein massives Erdbeben auslöst.

7.50 Uhr: Die Rohölmärkte haben auf die Eskalation im Nahen Osten heftig reagiert. In den ersten Handelsminuten stiegen sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte WTI um mehr als zehn Prozent. Brent erreichte mit 82,37 Dollar pro Barrel den höchsten Stand seit Juli 2024, während WTI mit 75,33 Dollar den höchsten Preis seit Juni 2025 verzeichnete.

Im weiteren Verlauf gaben die Preise jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab. Brent zur Lieferung im April notierte zuletzt bei 78,05 Dollar, was einem Anstieg von rund 7,5 Prozent oder über 5 Dollar im Vergleich zum vorherigen Schlusskurs entspricht. WTI verteuerte sich um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar pro Barrel.

Analystenprognosen und sichere Anlagen

7.45 Uhr: Analysten der Deutschen Bank schätzen, dass das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Eskalation im Nahen Osten in den kommenden Tagen von verschiedenen Faktoren abhängen werden. Höhere Ölpreise könnten möglicherweise eine Deeskalationsdynamik auslösen.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, prognostiziert, dass der Preis für Brent-Öl im Falle einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der 100-Dollar-Marke steigen könnte. „Sollte der Ölpreis mehrere Monate auf diesem hohen Niveau bleiben, könnte dies die Inflation im Euroraum um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken“, erklärt Krämer.

7.34 Uhr: In der Zwischenzeit flüchten Anleger in sichere Häfen. Der Goldpreis steigt um 2,1 Prozent auf 5359 Dollar je Feinunze, während Silber um ein Prozent zulegt. Gleichzeitig verzeichnen die US-Aktien-Futures Rückgänge: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq liegen jeweils etwa 0,7 Prozent im Minus.

Marktanalyse und geopolitische Risiken

7.30 Uhr: Analysten erwarten zu Handelsbeginn eine hohe Volatilität und eine Risikoaversion an den Märkten. Globale Aktien dürften unter Druck stehen, da Investoren auf die Unsicherheit reagieren und risikobehaftete Anlagen meiden. Die Möglichkeit einer Blockade der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports erfolgen, lässt die Energiepreise steigen und könnte sowohl Inflation als auch Wachstum belasten.

  • Ölpreise steigen stark, was konjunkturempfindliche Branchen belastet.
  • Druck auf Flug- und Logistikwerte könnte vor Börsenöffnung zunehmen.
  • Energie- und Verteidigungswerte gelten als „sichere Häfen“.

7.29 Uhr: Am vergangenen Wochenende haben Israel und die USA Ziele im Iran angegriffen, wobei auch das Staatsoberhaupt und geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit militärischen Gegenschlägen und schränkte den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, die eine Schlüsselroute für den globalen Energiehandel darstellt.

Durch diese Meerenge am Persischen Golf wird täglich etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Selbst kleinere Störungen können die Preise in die Höhe treiben und die Finanzmärkte unter Druck setzen.

Opec+ und Marktprognosen

Parallel dazu hat die Opec+ bei einem regulären Treffen beschlossen, die Fördermenge auszuweiten. Der Zusammenschluss, dem neben den Opec-Staaten auch Produzenten wie Russland angehören, plant, die tägliche Produktion um 206.000 Barrel zu erhöhen. In der offiziellen Mitteilung wurde diese Entscheidung mit robusten Konjunkturaussichten und vergleichsweise niedrigen Lagerbeständen begründet, während auf die jüngsten Kampfhandlungen nicht eingegangen wurde.

7.27 Uhr: Frank Kelly vom Analysehaus Fulcrum Macro warnt im „Handelsblatt“ vor einer vorschnellen Einschätzung der Lage. „Dies ist nicht Venezuela“, betont er. Die Situation im Iran sei deutlich komplexer. Zwar seien Führungspersönlichkeiten getötet worden, jedoch gebe es zahlreiche fähige Nachfolger, die bereit sind, die Macht zu übernehmen. Die Märkte sollten sich möglicherweise auf Instabilität in der Region einstellen. Energiebedarf wächst immer schneller! Donald Trump beeinflusst den Goldpreis Bringt Indien-Deal die Wende?

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Ronny Winkler